Monat: März 2017

Schreiburlaub in Chania

Chania, eine Stadt des Lichts

Warum ein Schreiburlaub in Chania?
Chania ist eine Stadt des Lichts, des Meeres, der gelassenen Heiterkeit (soweit das in Zeiten der Krise möglich ist) und der Gegensätze: hinter ihr die schroffen Berge, auf denen jetzt noch Schnee liegt, vor der Stadt das Meer mit dem weiten Horizont. Drinnen Bauwerke aus unterschiedlichen Epochen, Herrschaftssystemen, mit antiquiert anmutende Gassen und einer sehr versteckten Synagoge. Das Geschäftszentrum folgt dem Maß an High-Tech, das einer kretischen Metropole angemessen ist. Es gibt Cafés, Bars, Restaurants, eine Uni, das Goethe-Zentrum, ein Gericht, viele viele Kirchen und freundliche Menschen. Ein Wunder, dass die Kreter nach all den Herrschaften, die die Insel und ihre Bewohner – sagen wir mal – „genutzt“ haben, noch so gastfreundlich sind.

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Cambli – Eine Story aus dem Kurs Fiction Writing

Cambli – Die Geschichte eines Landstreichers

von Gebhard Kopp (früher Banker, lebt in der Schweiz)
*Anm. d. Red.: deshalb ohne „ß“
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Der Text ist im Online-Kurs „Literarisches Schreiben“ entstanden
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Zeitungsnotiz
Am 26. Dezember ist Joseph Burky, genannt Cambli, am Ufer der Saane erfroren aufgefunden worden. Er wird auf dem Gemeinschaftsgrab des städtischen Friedhofs bestattet.

Madame de …

„Was machen Sie denn da, junger Mann?“ sagt sie indigniert. Die alte Dame in Zobel-Pelzmantel und -mütze steht vor ihm und betrachtet ihn mit scharfem Blick aus faltigen grauen Augen: Sie sieht einen stämmigen Mann – um die sechzig, mit grauem Stoppelbart, Walrossschnauz, wirren grauen Haaren unter einem verwaschenen grau-grünen Filzhut; abgetragene Hosen schlottern um seine dünnen Beine. Statt einem Gurt nutzt er eine Garbenschnur, um das kragenlose blaue Hemd in der Hose zu halten. Sein Cordkittel schlabbert um seine Hüften. All das sieht Cambli in den Augen der Zobeldame, als er aufschaut und sagt:

„Eh bien, Madame, ich untersuche den Mülleimer.“

„Das sehe ich! Was suchen Sie da?“

„Ich suche nach etwas Essbarem, Madame.“

„Essbares? Sie suchen nach Essen im Mülleimer?“

„Ja, Madame. Es wird so vieles weggeworfen, das man noch brauchen kann.“

„Widerlich! Ekelhaft! Das geht doch nicht! Aus dem Mülleimer! Kommen Sie mit, ich gebe Ihnen etwas zu essen.“

„Gerne, Madame, wenn es nicht zu weit ist.“

„Nein, es ist nicht weit, es ist die Maison de Castella, gleich da hinten.“

„Ah, gut. Dann sind Sie Madame de Castella?“

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Präsenzkurse

Kreatives Schreiben lernen – Was Ihnen ein Kurs bringt

Warum Kreatives Schreiben lernen? 

Sie fragen sich, warum Sie Kreatives Schreiben lernen sollen?
Hegen Sie schon lange den Wunsch, etwas zu schreiben? Vielleicht wollen Sie sogar Schriftsteller werden? Schon oft haben Sie angefangen, aber selten etwas zustande gebracht, das Ihnen wirklich gefallen hat? Sitzen Sie manchmal vor dem leeren Blatt und empfinden es zugleich als Freund und als Feind? Als Freund, der Möglichkeiten eröffnet – und als Feind, der Sie höhnisch anstarrt und sagt: Das wirst du doch nie schaffen?
Dann ist der Kurs „Kreatives Schreiben“ in seiner Online- oder in seiner Präsenzversion für Sie richtig.

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Warum ich schreibe – Text Nr. 24

Von Claudia Siemon, die Bücher „verschlingt“, unter Pseudonym schon einige Kurzgeschichten (Fantasy) veröffentlicht hat,  sich gern ihre eigenen Welten träumt und den Personen, die aus ihnen zu Besuch kommen, auf die Dauer ihre Aufmerksamkeit nicht versagen kann.

Um mich herum

Ich schreibe, weil sich um mich herum Personen versammeln, die ihre Geschichte erzählen wollen. Ich kann das ignorieren. Eine Zeitlang. Aber dann werden sie fordernder, drängen mich dazu, ihnen Gehör zu verschaffen. Ich kann mich weiterhin weigern. Eine Weile lassen sie es sich noch gefallen. Aber dann – ja, dann beginnen sie, mein Leben zu übernehmen. Erst nur mit einzelnen Wörtern, die sie in Alltagsgespräche und Mails einfügen; oft bemerken meine Gesprächspartner oder die Mailempfänger das gar nicht. Wem fällt schon auf, ob ich statt „Sehr geehrte Damen und Herren“ eine Mail mit „Werte Damen und Herren“ beginne?

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Heimchen am Herd – kein Goldes wert? Frauen und Männer im Literaturbetrieb

Männer können es einfach?

Ca. 70 % der Teilnehmer*innen an Schreibkursen sind Frauen, mindestens. Lassen Sie mich mal grob (werden) schätzen: 70% der besprochenen Literatur in den einschlägigen Feuilletons ist von Männern geschrieben (wahrscheinlich mehr). Die können es also einfach? Nun, sie denken, sie können es – und die Lektor*innen in den Verlagen denken auch, die Männer können es einfach.

Bei Frauen lassen wir Vorsicht walten

Bei Frauen lassen auch wir Frauen Vorsicht walten, bevor wir eine aus Versehen zu sehr loben. Eine Ausnahme bilden auswärtige Frauen, unbekannte noch dazu, wie z.B. Elena Ferrante. Die wird unisono gelobt (zu Recht, versteht sich). Oder tote Frauen sind auch klasse, wie z.B. – na welche denn? Mir fällt noch nicht mal eine Verblichene ein. Georges Sand, die sich als Mann verkleidete? Sri Hustvedt, die nicht verblichen, dafür aber mit einem weltberühmten Autor verheiratet ist und aussieht wie ein Model, selbst noch mit 60 plus? Also: vermarktbare Frauen. Der aktuelle Perlentaucher bespricht heute, am 1. März 2017, sieben Bücher, davon sechs von Männern geschrieben. Ich denke mal, dass das die Norm ist. Man müsste eine Untersuchung darüber, wissenschaftlich, versteht sich, durchführen. Und käme  ganz sicher zum niederschmetternden Ergebnis.

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© 2020 Dr. Hanne Landbeck schreibwerk berlin