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Schreiben Sie – endlich! – Ihren Roman

Egal, wie sehr committet (überzeugt) Sie sind, dass Sie jetzt Ihren ersten Roman schreiben, ihn wirklich schreiben, komme, was da wolle – Sie wären nicht die oder der Erste, der von dem berühmten Writer’s block (der lieben guten Schreibblockade) betroffen wäre. Viele AutorInnen benötigen immer wieder Motivation, um weiter zu schreiben. Es gibt ein paar praktikable Tipps, wie man sich neu motivieren kann und die Widerstände überwindet: Teil 1 unserer Serie mit Ratschlägen für das Schreiben.

1. Hören Sie (nicht) auf Andere

Geben Sie Ihr Projekt nicht den Wölfen preis. Hegen und pflegen Sie es, als sei es eine kleine, zarte Pflanze, die das Tageslicht erblickt und von Wind und Wetter bedroht ist. Schützen Sie also zuerst Ihre Idee VOR SICH SELBST. Sagen Sie sich nicht, dass diese Idee doch eh Klischee, veraltet, unwichtig etc. —- hier können Sie Ihre eigenen unnachgiebigen Urteile eintragen — sei, sondern vertrauen Sie sich und der Idee. Reden Sie darüber nur mit Menschen Ihres Vertrauens, am besten mit Gleichgesinnten, von denen Sie wissen, dass sie helfen und nicht zerstören. Leider existiert im deutschsprachigen Raum keine besonders vorteilhafte Atmosphäre für angehende SchriftstellerInnen. Deshalb: wählen Sie sehr gut aus, mit wem Sie über Ihr Projekt sprechen.
Wenn Sie keine Schreibgruppe haben, die Ihnen wiederkehrende Treffen und somit Abgabefristen beschert, gründen Sie am besten selbst eine und setzen Sie Ihre eigenen Regeln fest. Verschwiegenheit, Freundlichkeit, Kooperation. Am besten, Sie machen mit sich selbst einen Vertrag, in dem Sie sich verpflichten, sich immer wieder Mut zuzusprechen, sich zu loben, die Kritikpunkte zu überarbeiten und sich freundlich zu hinterfragen.

Trauen Sie nur den Ratschlägen, die Ihnen weiterhelfen. Sollte jemand zu Ihnen sagen: es gibt NUR diesen einen Weg, und Sie merken, dass es nicht der Ihre ist, so misstrauen Sie dieser Person oder diesem Handbuch. Schreiben ist ausprobieren, testen, texten, neu schreiben, streichen … so lange, bis Sie das Gefühl haben, dass es stimmt.

2. Werden Sie besser

Sie können vieles lernen. Verbessern Sie Ihren Stil dadurch, dass Sie lesen. Lesen Sie viel und vor allem Literatur, die Ihnen Spaß macht und Ihnen entspricht. Überlegen Sie, was Ihnen an dieser Lektüre gefällt und wie der/die AutorIn Sie in Spannung versetzt und es schafft, dass Sie am Ball bleiben. Imitieren Sie.

Besuchen Sie Schreibkurse. Lesen Sie Stilratgeber. Nutzen Sie aktive Verben, wenig -ung-Substantive, wenige Adjektive. Lernen Sie vor allem zu BESCHREIBEN.

Wenden Sie Kreativitätstechniken an. Arbeiten Sie mit Mind-Maps, mit Clustering, machen Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes ein BILD von Ihren Protagonisten, von den Schauplätzen, von den Konfliktsituationen. Denken Sie in Bildern, in Farben, in Gerüchen, in Geräuschen – und im Gefühl. Im wirklichen Gefühl, in jenem, das unsere Wahrnehmung empfindet. Das ist konkret, nicht abstrakt. Wenn ein Protagonist jemanden (nicht) riechen kann, dann sollten Sie das beschreiben, wenn ein Protagonist sich zu jemandem hingezogen fühlt, können Sie das schön im Raum darstellen … usw. Der Rat ist: Seien Sie konkret, ZEIGEN Sie die Dinge, wenden Sie Abstraktion lediglich in Gedanken/Dialogen an, die in einer (literarischen) Wirklichkeit verankert sind.

Fragen Sie sich immer wieder, ob es an den Wendepunkten Ihrer Erzählung Möglichkeiten gibt, die spannender, intensiver, interessanter sein können. Fragen Sie immer: Was wäre, wenn … und überlegen Sie viele Möglichkeiten, aus denen Sie die spannendste/passendste auswählen. Dabei bleiben Sie dann.

3. Machen Sie sich einen Plan

Arbeiten Sie einen Plan aus, der die Handlung Ihres Romans bestimmt. Solten Sie an einem bestimmten Punkt sehen, dass er Überarbeitung braucht, so überarbeiten Sie. Aber erst einmal haben Sie ein Gerüst, an das Sie sich halten.

Machen Sie einen Terminplan, in dem Sie eine Dead-Line für Ihren ersten Entwurf bestimmen. Sehen Sie genügend Ruhepausen vor. Belohnen Sie sich bei Etappenzielen.

4. Schreiben Sie regelmäßig

Geben Sie sich selbst ein Schreib-Rendezvous und nehmen Sie es ernst. Schreiben Sie am besten täglich. Auf jeden Fall regelmäßig, so dass Ihnen das Schreiben für Sie zu einer normalen Tätigkeit wird. Suchen Sie sich dafür einen guten Ort. Manche schreiben gerne in Cafés, andere zuhause, die dritten im Zug oder Bus oder auf dem Schiff: Schreiben Sie da, wo es Ihnen am leichtesten fällt.

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Hanne Landbeck

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