Sohn

Das menschliche Herz hat zwei Kammern – von Simone Grawe

Das menschliche Herz hat zwei Kammern von Simone Grawe beschreibt die außergewöhnliche Situation einer Mutter mit einem psychisch kranken Sohn

Simone Grawe lebt in Bern

Das menschliche Herz hat zwei Kammern: Die eine heisst Glück, die andere Verzweiflung

Es ist gut, zerbrechliche Menschen um sich zu haben, das hilft einem, die Welt besser zu verstehen, obwohl ich nicht immer weiss, was ich mit diesem Verständnis anfangen soll. (Jon Kalman Stefansson)

Ich habe eine Freundin. Die hat einen komischen Sohn.

Dauernd ist sie mit diesem Sohn beschäftigt. Das regt mich auf, ärgert mich, nie hat sie Zeit, und wenn wir uns sehen – selten genug, dann jammert sie über den Sohn oder hat Angst um ihn oder ist völlig verstört, so dass ich sagen möchte: „Jetzt spinnst du aber selber schon, komm’ mal wieder runter.“

Offenbar habe ich es tatsächlich gesagt, denn sie schaut mich an, glotzt eher, dann: „Sorry. Was hast du gesagt?“

Wir sind bei ihr zuhause, eine sehr gemütliche Stube, die passt so gar nicht zu der Aufgeregtheit der Freundin: Sie rennt hin und her:

„Er will keinen Kontakt mehr mit mir. Er wirft mir vor, ich hätte sein Erbe veruntreut, ich lebe doch, ich hab’ doch gar keinen Zugriff zu irgendwelchem Erbe von ihm. Da schau!“, und sie zeigt mir die Postkarte, die sie eben erhalten hat.

Ich will sie trösten, aber mir fällt nichts ein. „War dein Sohn eigentlich immer schon so?“

Diese hilflose Frage war richtig. Es kommt wieder Leben in die zusammengesinterte Person, die meine beste Freundin ist, und die ich so oft nicht verstehe.

„Nein, überhaupt nicht. Überhaupt nicht. Er war das bezauberndste Kind von meinen Kindern, schau!“ Sie zeigt mir Fotos, die einen süßen kleinen Jungen zeigen. In der Tat.

„Er war seit Kleinkindzeit ein Fighter, er übte alles so lang, bis er es konnte, Türen aufschliessen, Laufen lernen, alles auf Zehenspitzen,  aber er lief. Er schrie nie, wenn er hinfiel, er schrie nicht, wenn er sich verletzte, tiefe Schnitte, ins Bein oder so… – naja, vielleicht war das ja auch nicht ganz normal.

Er war ein so bezauberndes Kind“, wiederholt sie sehnsüchtig. „Er hat so gern Leute beobachtet, und dann seine Kommentare abgegeben: „ Der Mann dort (der eine Frau angesprochen hatte) der macht ein Kontäktchen“.  Oder: „Hast du gesehen, wie der Mann da seine Frau verletzt hat?“ Und wenn ich entgegne: „Aber du hast doch gar nicht geguckt!“ sagt er drauf: „Da muss ich doch nicht gucken.“

„Und mit 15 war mein eigener Sohn zu einem bösartigen alten zaundürren Mann geworden, mit einem bereits weissen Bart, und er behauptet, er kenne mich nicht, ich sei aufdringlich, weil ich behaupte, ich sei seine Mutter. Man solle mich entfernen. Aber das war schon die Zeit in der Psychiatrie.“

Wieder diese Geste einer Hilflosigkeit, einer Ratlosigkeit meiner sonst so kompetenten Freundin.

„Und jetzt“ sagt sie, „jetzt ist oft keine Verbindung möglich, wie bei Spencer Reid in Criminal Minds – der mit seiner schizophrenen Mutter, sie hilft ihm bei der Aufklärung einer Straftat, ist dabei ganz klar, und als er sie gleich danach wieder anspricht, ist sie schon wieder abgedriftet in ihre eigene Welt, unerreichbar, und er steht da – stumm, ratlos und ich habe laut aufgeschrien, als ich diese Szene damals gesehen habe. So geht’s mir immer. Brutaler Abriss der Verbindung. Plötzlich, unerwartet, obwohl es ja immer so ist und sein wird – ich weiss es ja, aber ich halte es schlecht aus.“

„Du musst dich abgrenzen“, sage ich, „so kann es doch nicht weitergehen! Denk doch, weisst du noch, wie viele Jobs du verloren hast, weil du immer rausgeflogen bist, oder selber aufgehört hast, wenn er in den Wohnheimen aufgetaucht ist, wo du gearbeitet hast, wenn er beim Jugendgericht war, wo du den Super-Job hattest, immer bist du gegangen, hast du gehen müssen, willst du nicht mal aufhören damit? Dich immer zu ergeben – du regst mich auf!!

Und Du kannst es nicht ändern!“, schreie ich fast auf sie ein, „dein Sohn ist so und wird so bleiben, du hast doch keine Schuld, denk’ doch auch an Dich. Oder an mich.. Kein Mensch hat noch was von dir, du kapselst dich ab, so kann’s doch auch nicht weitergehen.“

„Ich kann mich nicht abgrenzen, ja, das sagen alle – aber ich kann es nicht. Mein Herz hat eben auch diese zwei Kammern, das Unglück, die Verzweiflung und das Glück, die Hoffnung, die Liebe. Ich hab’s  immer gespürt, wenn er als Säugling kalt hatte, Hunger hatte, gekotzt hatte, obwohl er in einem anderen Zimmer schlief als. Aber ich hab’ das immer gespürt, wenn was war, und bin aufgestanden, und es war auch immer so, er hatte gekotzt, das Bett war nass,  e r  war nass, er war kalt, und es war gut, dass ich aufgestanden bin. Es war doch zum Erbarmen, wie er auf die Welt gekommen ist. Mein 4- Punkte- Kind.“

„Was ist das – 4- Punkte- Kind?“, frage ich sie.

„Na ja, das Kind wird ja gleich untersucht: Atmung, Hautfarbe, Herzschlag, was weiss ich, eben alle Lebensfunktionen. Ist alles o.k., gibt’s 10 Punkte. Bei Tibet war nichts o.k. Keine selbstständige Atmung, fast kein Herzschlag mehr,  Hautfarbe grau statt rosig – rosig – nix davon. Also 4 Punkte. Ähnlich war es bei jeder Nachfolgeuntersuchung.“

Ich weiss jetzt, wie der Abend weitergeht: Kein Freundinnenabend, kein Geplänkel über unsere Kerle, über die Jobs, über die Kinder, naja, ausser ihrem, diesem ihrem Kind. Er nimmt so viel Raum ein, immer nimmt er Raum ein. Oft hasse ich ihn, weil er mir die Freundin wegnimmt. Und sie spricht weiter:

„So süss, so einfühlsam, er wusste immer, wie es mir ging, wie es den anderen ging, er kümmerte sich rührend um die Dinge um ihn herum. Beim Badengehen:  Er ist es, der alle Plastiksäcke schleppt mit den Vorräten. Die anderen Kinder schlendern frohgemut nebenher. ‚Habt ihr das Trinken mit?‘ und beim Verreisen: ‚Habt ihr die Pässe?‘ Dafür sorgte er schon mit vier.“

Und sie springt auf und zeigt mir weitere Fotos von früher.

„Da schau“,  sagt sie, „da ist er schon älter, ist doch eigentlich ein Hübscher – sieht man was?“ „ Was soll man sehen?“

„Sieht man was, dass er behindert ist?“

Ich bin verblüfft – behindert, so hat sie das noch nie ausgesprochen. „Was meinst du mit behindert?“

“Naja, schau dir die Briefe an, die er mir schreibt. Wirr. Nicht zu entziffern. Und voll akro.“ Und sie steht auf, um einen Brief zu holen. Einen? Sie bringt einen ganzen Ordner.

Vollgestopft mit Briefen, ich sehe die Schrift, kreuz und quer, vor und zurück, nicht zu lesen. Oder doch? Es steht da immer ein Satz, der im nächsten Satz widerrufen wird.  Da steht: ich wünsche keinerlei Kontakt – bitte reiss’  Dich zusammen und antworte sofort!!

„Hunderte von Briefen, in denen steht, ich wünsche keinen Kontakt“, jammert die Freundin. „Wie soll man da drauf reagieren?“

„Jesses, sind die alle so?“ frage ich entsetzt.

„Nein, mal so, mal so“. Und sie kramt in dem Leitz-Ordner, dem dicken, und ich will diese Briefe gar nicht sehen. Sie sieht so verloren aus inmitten dieser Briefe, die Freundin. „Schmeiss das Zeug doch weg, es bringt doch nichts, du machst dich nur unglücklich!“

„Ja, dann könnte ich doch gleich das ganze Kind wegschmeissen!“, fährt sie mich an. „Ich hab das geträumt, da waren die Müllmänner mit riesigen Müll- Containern, da schmissen sie die Müllsäcke rein, und auch mein Kind, in einem blauen Anzug, er war noch klein, und ich rannte hin und schrie- „Nein!“- aber sie schmissen ihn hinein. Und ich dachte, ich bin es, ich bin es , die das träumt, aber ich will ihn doch gar nicht wegschmeissen- nein, es ist so…!“

Und jetzt heult sie auch noch, die Freundin.

Der gesamte Teppichboden der Stube ist mit diesen Briefen bedeckt, eine flirrende Unordnung, ein lautstarkes Chaos, eine Flut von geschrienen Worten und abgehackten Sätzen, fühlbar, spürbar, ich fühle mich attackiert, ich halte es nicht mehr aus.

“Mach Pause“, flehe ich die Freundin an. „Räum’ das Zeug weg! Ich halte das nicht aus!“

Aber sie hört mich nicht, sie streicht über die Briefe, als wolle sie den schreienden Buben da drin beruhigen.

Wir sitzen in einem morschen Ruderboot mit einem brüchigen Netz und wollen Sterne fangen. Jon Kalman Stefansson

„Immer wieder habe ich geträumt, ich sitze mit ihm in einer Nussschale im offenen Meer. Ich schaue zurück, und eine riesige Welle kommt auf uns zu. Ich hab’ ihm mal den Traum erzählt, er hat laut gelacht.

Einmal sind wir ins Kino. Rainman.  E r   wollte da rein. Ich musste immer 30 Meter hinter ihm gehen. Kam ich zu nahe, raunzte er mich an, ich solle Abstand halten. Fiel ich zurück, bleib er stehen und sagte, ich solle schneller gehen. Im Kino waren wir die Einzigen, es war Nachmittag. Er sass hinten, ich weiter vorne. So wollte er es. An den Stellen, an dem mir das Blut in den Adern gefror, hat er laut gelacht. Dann hat er angefangen, Gespenster zu sehen, in der Wohnung, in meiner schönen Wohnung.

Er wollte nur noch im Treppenhaus schlafen. Steintreppe, wo die Leute rauf und runter gehen. Das war ihm egal. Er hat Messer gesammelt – gesammelt? Naja, beim Loeb (Kaufhaus) geklaut. Jeden Morgen hab’ ich grössere und schärfere Messer in seinem Bett gefunden, dann Dolche, einen Morgenstern, eine Schreckschusspistole. Er habe Angst, hat er gesagt, sie verfolgen ihn, hat er gesagt, und er müsse sich doch wehren.“

„Aber du hast Dir doch Hilfe geholt? Du bist doch sicher wohin?“

„Ja, sicher. Zu x Psychologen, Psychiatern, Beratungsstellen, sie kannten mich schon alle. Er hat sich dann immer so wunderbar brav, so angepasst, so reizend im Kontakt aufgeführt, und leise entschuldigend gesagt, ‚Wissen Sie, die Mama ist ein wenig dünnhäutig, sie sieht manchmal Gespenster. Sie ist eben zu sehr besorgt‘. Und der Arzt nickt verständnisvoll, und draussen sind wir. Dann musste ich eben zu einem Trick greifen. Ich hab’ alles aufgeschrieben, auf Karteikarten, was sich bei uns so abspielt, und die hab’ ich beim nächsten Mal dem Psychiater über den Tresen geschoben. Ich war dann sehr gespannt auf die Reaktion.

Ja, der Psychiater wolle ihn behandeln. Ja, der Psychiater hatte sogar Humor. Er hat den Sohn gebeten, doch mal eine von diesen angeblichen Waffen mitzubringen. Der Anruf kam umgehend:  ‚Ich breche sofort die Behandlung ab! Ihr Sohn hatte eine riesige Sporttasche mit Messern, Pistolen, Totschlägern und und und… mit.  Hüten Sie sich, Sie sind in grösster Gefahr!‘ Und auf mein Gemurmel, ‚ach nee, ich hab da keine Angst‘, fuhr er fort: ‚Wissen Sie, ich habe schon so manche Mutter in ihrem Blute liegen sehen!‘ Ich hab’ lachen müssen damals. Obwohl’s ja eigentlich nicht zum Lachen war. Jedenfalls – wieder nix.

Wir haben noch einen Termin auf der EB. Ich mache den selben Trick mit den Karteikarten. Diesmal wirkt es: Und der Schock darüber sitzt   m i r   noch Jahre in den Knochen: ‚Also, gute  Frau‘, sagt der Berater, ’sehen Sie denn nicht, dass Ihr Sohn voll psychotisch ist? Sie sind doch vom Fach.‘ ‚Nein, ich seh’s nicht, ich bin doch nur ne Mutter‘, stammle ich.

‚Ihr Sohn kann nicht mehr nach Hause zurück. Er wird nie mehr mit Ihnen leben können. Er muss in einer Institution betreut werden, anders geht’s nicht.‘

Und der Sohn bleibt dort, und ich geh’ heim, allein, in die leere Wohnung, in die plötzlich so stille Wohnung, nur der Computer ist noch an, sein Käppi liegt auf dem Boden, in der Eile hat er’s vergessen. Es ist mir vorgekommen wie ein Todesfall. Da war er 13. Jetzt ist er 40. Er ist nie wieder nach Hause gekommen zum Leben. Nur zu Besuch.“

„Und Deine Familie? Du hast doch `ne Riesenfamilie um dich. Was haben die gemacht?“

„Die hatten ihn doch lange nicht gesehen. Sie haben gesagt: ‚So ein süsser Junge. Und jetzt hast du ihn ins Heim abgeschoben.‘ Ich bin dann umgezogen. Damit er beim Besuch nicht im Treppenhaus schlafen muss, damit er sich in sein Bett traut.“

Sie kommt ins Reden, ruhelos, gehetzt, sie macht keine Pausen, es ist kein roter Faden mehr in dem Erzählten zu erkennen. Also sei sie angesteckt worden von der Verwirrung, infiziert.

„Er ist schon ein halbes Jahr in der Institution. Für psychotische Jugendliche. Schon dieser Begriff lässt mich immer noch erstarren.

Ich habe ein kleines Haus bezogen, es schön eingerichtet, sein Zimmer ist im oberen Stock, mit eigenem Duschbad. Ich komme vom Einkaufen, er hat offenbar Besuch, mein Sohn, Ich höre einige Jugendliche reden, debattieren. O, denke ich erfreut, er hat seine Kollegen eingeladen; aber die Dusche rauscht, man kann doch nicht duschen und sich zugleich mit seinen Freunden unterhalten? Ich gehe nach oben. Nur der Sohn ist da, er steht unter der Dusche, und er ist in eine laute Unterhaltung mit seinen unsichtbaren Freunden vertieft, und jeder der Freunde hat eine andere Stimme, sie sind gut zu unterscheiden, sie reden alle durcheinander, fallen sich gegenseitig ins Wort.

Ich gehe wieder runter an meinen Schreibtisch. Der gibt mir Sicherheit. Kurz darauf kommt der Sohn runter, wohlgemut, frisch geduscht. Auf meinem Schreibtisch sieht er die ausgeschnittenen Fotos von Falcone und Borsellino, den zwei Mafia-Jägern, die man gerade umgebracht hat (1992). Er wirft einen Blick darauf und sagt: ‚Die jedenfalls wussten, wofür sie lebten. Die jedenfalls haben ihren Sinn im Leben gefunden und erfüllt. Ihr Leben war nicht umsonst.'“

Ganz langsam und sehr sorgfältig räumt sie die Briefe vom Boden weg.

Ich atme erleichtert auf. Die Briefe sind wieder im Leitz-Ordner, jeder einzelne in einem Klarsichtmäppchen, es sind keine Schreie, keine Klagen und Anklagen mehr zu hören.

„Hast du denn irgendwann mal mit ihm reden können? Er hatte doch immer wieder auch helle Momente“. (Hoffentlich ist sie jetzt nicht sauer, die Freundin. Wie sich das anhört…)

„Ja, natürlich, immer wieder. Manchmal ging’s, manchmal hat er die Unterhaltung sofort abgebrochen.

Einmal hat er mir erklärt, wie das mit dem Verrücktwerden geht: ‚Weisst du, ich hab so oft was nicht kapiert, was nicht gekonnt, was alle anderen Kinder neben mir konnten. Oft hab’ ich mich geschämt dafür. Wenn’s ganz schlimm geworden ist, nicht mehr zum Aushalten, hab’ ich mich rübergebeamt.‘ ‚Rüber?‘ ‚Naja, rüber so in eine andere Welt. Da – ich hab’s doch mal aufgeschrieben. Aber ich bin immer wieder zurück. Wenn’s dann wieder schön war, in der Schule, beim Spielen, im Garten, da war ich wieder hier, wie alle anderen. Aber irgendwann, als ich mich wieder mal rübergebeamt hatte, da kam ich nicht mehr zurück. Und so ist es jetzt. Ich kann das nicht mehr steuern, hier und dann nach drüben. Ich kann nicht mehr zurück, wenn ich das will. Jetzt ist es halt so‘, hat er gesagt und hilflos mit den Schultern gezuckt.“

Ich mache noch einen Versuch. Den Versuch, die am Boden kauernde Freundin wieder rauszuholen aus ihrem Elend, aus ihrer traurigen Versunkenheit.

„Aber die Leute mit schwierigen Angehörigen, die sagen doch immer: Ich hab’ viel gelernt und so… gibt’s bei Dir auch so was?“

Sie schaut mich an, nachsichtig, das hat sie wohl schon zu oft gehört. „Du meinst, so Redensarten von reich beschenkt, du kriegst ganz viel zurück und so?“

Ich nicke, dankbar. Sie ist mir nicht böse.

„Nein, Du machst es, weil Du es musst. Weil du gar keine Wahl hast. Du machst es einfach. Und es geht am besten, wenn du gar nicht mehr darüber nachdenkst. Warum, und wieso, wieso ich. Du machst es. Basta.“

Ich kann das nicht glauben. Da muss es doch etwas geben. Das kann nicht alles sein? Offenbar habe ich sie so flehend angeschaut, dass sie aufsteht, und aus einem anderen Ordner – weit weniger dick als der Leitz mit den Briefen – ein paar Zeichnungen und ein Blatt Papier rausholt.

„Hier, die Zeichnungen:“

„Die sind schön!“

„Ja, oder dann, wenn sich mein Sohn tiefe Löcher in die Haut gebohrt hatte, oder sich die Füsse bis auf die Knochen wundgeschabt hatte – die Löcher und Wunden sind alle ohne Narben verheilt. Oder wenn er weggerannt ist, keiner hat ihn gefunden, auch die Polizei nicht, aber ich, ich hab’ ihn immer wieder gefunden – oder er hat sich von mir finden lassen – manchmal halt erst nach zwei Tagen.

Und manchmal ging auch was überraschend gut: So wie die Fahrt damals, als wir nach Frankreich gefahren sind:

Rastplatz rechts rein. Der Rastplatz liegt zurückversetzt. Weg von der Autobahn. Man hört nichts mehr von den Autos. Wir sind allein auf dem Platz, es ist Mittag, die Hitze flimmert. Wir können uns den schönsten Steintisch aussuchen. Nichts und niemand wird uns stören, keiner wird Tibet jetzt Angst machen. Wir packen unsere Schätze aus: Die Kartoffel aus den Leinensäckchen, sie sind noch warm vom Vorabend, die Eier, das Minisalz, den Minipfeffer, die üppig bestrichenen Brote, den Nescafé, die Löffelchen, die Milch, den Zucker. Hilfe – keine Tassen! Wir haben die Tassen für den ersehnten Kaffee vergessen. Löst das jetzt die Krise aus? Ich halte den Atem an.

Überhaupt nicht. Mein Sohn zeigt auf die gläsernen Jogurtbehälter: „Erst müssen wir die Jogurts essen, dann die Gläser schön sauber ausputzen, dann darin den Kaffee anrühren.“ Mit Löffel und Fingern kratzen wir die letzten Jogurtreste aus den Gläsern, dann kann der Nescafé angerührt werden. Mein Sohn raucht genüsslich. Ein paar Worte gehen hin und her, belanglose, freundliche Worte. Die Zeit steht still in dieser Mittagshitze. Mit wem sonst könnte ich so selbstvergessen hier sitzen? In diesem Augenblick, allein auf dem ganzen Platz, in der Stille, in der Hitze, kann ich nur   e i n e n   Satz denken: Das hier ist Glück. Nichts mehr, nichts weniger. Glück.“

Sie schaut mich herausfordernd an, die Freundin.

„Na ja“, sage ich, „Dein Glück ist ziemlich relativ“.

Sie lächelt mich überraschend freundlich an. Etwas verschämt? Oder irre ich mich?

„Vielleicht wird man bescheiden mit seinen Ansprüchen an das grosse Glück. Vielleicht reicht’s schon, wenn’s mal kein Desaster gibt. Komm, wir trinken was.“

Wir sollten nie über etwas anderes als genau darüber schreiben: Über Trauer, Verlust, Sehnsucht, Schutzlosigkeit und das, was zuweilen zwischen zwei Menschen entsteht, unsichtbar, aber stärker als Weltmächte, stärker als Religionen, und so schön wie der Himmel; über Tränen, die durchsichtige Fische sind, über Worte, die wir Gott zuwispern oder jemandem, der uns sehr wichtig ist…. frei nach Jon Kalman Stefansson

 

 

 

 

 

 

 

Herz

Die Arbeit am offenen Herzen – von Simone Grawe

„Die Arbeit am offenen Herzen“  von Simone Grawe ist 2005 in Potsdam an einem einzigen Wochenende entstanden.
Aus gegebenem Anlass veröffentlichen wir ihn jetzt hier. Simone Grawe lebt in Bern.
Herz

Die Arbeit am offenen Herzen

Sie stellte ihr Auto rechts an den Strassenrand und blieb sitzen. Den Eingang des Verlagshauses hatte sie im Blick. Sie wusste, sie war viel zu früh. Es war ihr recht, noch Zeit zu haben für sich, Zeit zum Nachdenken. Es fing an zu regnen, und die Scheiben beschlugen sich allmählich. Auch das war ihr recht, so war sie geschützt vor Blicken.

Ohne dass sie es beabsichtigte, zog es sie um Jahre zurück. Um viele Jahre. Sie lächelte und schüttelte gleichzeitig den Kopf: Wie ein Wunderkind war sie behandelt worden, sie, Erika Riemann. Schon in der Volksschule fiel sie auf, sie fiel aber auch sich selber auf. Sie konnte  nicht verstehen, dass ihre Klassenkameraden so lange brauchten, um ein paar Verse auswendig zu lernen. Sie konnte deren Langsamkeit kaum ertragen. Aber auch die Langsamkeit der Lehrer machte ihr Mühe. Sie beklagte sich bitter bei ihrem Vater: „Gibt es nicht noch andere Dinge, die ich lernen kann? Gibt es nicht noch andere Lehrer, die mehr wissen? Ich langweile mich zu Tode in der Schule.“ Der Vater schaute sie verdutzt an, versprach aber, darüber nachzudenken und für zusätzliche Anregungen zu sorgen. Und er hielt Wort. Was er aber auch noch sagte, das fiel ihr jetzt im Auto wieder ein: „Kind, lass dir nicht zu viel anmerken. Bleibe bescheiden.“ Herz

Und sie wiederum hatte diesen Rat beherzigt und nur sich selbst eingestanden, dass sie eben anders war als die anderen. Sie wurde bewundert, neidlos. Für sie war es so in Ordnung.

Sie dachte, es würde immer so weitergehen.

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Schneeflockenmethode

Plotten – aber wie? I: Die Schneeflockenmethode

Plotten – aber wie? I: Die Schneeflockenmethode

Die Schneeflockenmethode ist eine Möglichkeit, zu einem Plot zu kommen. Ein Plot beschreibt die Handlung von Anfang bis zum Ende.

Der Plot ist das Rückgrat des Romans, hat mal jemand gesagt und einen Kurs so genannt.

Was bedeutet das? Wie geht die Schneeflockenmethode?

Dabei ist das Bild „Schneeflocke“ eine Metapher. Die Schneeflocke hat ein Zentrum, aber sie hat auch viele Verästelungen und Spitzen. Sie verbindet sich mit weiteren Schneeflocken zu einem Schneeball. Wird also größer und größer und fester – weiter sollte man über die Metapher nicht nachdenken, denn sonst schmilzt unser schönes Konstrukt wie der Schneemann beim ersten Sonnenschein. Stellen wir uns also einen richtig guten alten Winter vor. Der Schnee liegt die ganze Saison über.

Ich konstruiere nun einen möglichen Roman am Beispiel einer Zeitungsnotiz, die ich als Inspirationsquelle nutze:

Jeffrey Toobin nach Masturbation im Zoom-Call vom New Yorker suspendiert

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Live-Seminare

Live-Seminar: das neue Format bei schreibwerk berlin

Was ist ein Live-Seminar?

Was ist ein Live-Seminar? Das werden sich viele fragen. So ging es mir ja auch, und ich biete schon seit inzwischen elf Jahren Online-Kurse an. Mit denen komme ich ganz gut zurecht: Die TeilnehmerInnen schreiben ihre Texte, darauf erhalten sie eine Antwort, von uns Anregungen, Tipps und Tricks, um diese Texte besser zu machen. Das allerdings geschieht zeitversetzt und schriftlich.

Ein bisschen Technik 

Live-Seminare dagegen  erlauben eine Begegnung, als wäre man miteinander in einem Raum. Man benötigt dazu lediglich ein bisschen Technik und die Lust am Thema. Technik heißt: Sie brauchen eine funktionierende Internetverbindung und einen Computer mit Kamera und Audiofunktion. Wir laden Sie zum Live-Seminar ein und sorgen für den reibungslosen Ablauf.

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Urlaub auf Abwegen

Urlaub auf Abwegen – ein Text aus dem Sommerkurs

Im Sommerkurs „Pack die Badehose ein“ entstanden – neben vielen anderen Texten – auch zwei Krimis. Einer davon ist von Andrea Gärtners „Urlaub auf Abwegen“. Sie lesen hier den ersten Teil und können dann auf der Homepage von Andrea Gärtner weiterlesen.

Urlaub auf Abwegen – von Andrea Gärtner

Erster Teil

Der Feuerschein erhellt die Nacht. In der Ferne heulen Sirenen. Im tanzenden Licht der Flammen steht eine Gestalt in kurzer Hose, die Kapuze des Pullovers über den Kopf gezogen. Barfuß und mit leeren Händen verharrt sie einen Moment regungslos, ehe sie den Parkplatz verlässt, und quer über die Wiese in Richtung Wald davonläuft.

Als die Feuerwehr eintrifft, schlagen die Flammen aus den geborstenen Fenstern des Wohnmobils. Der Gestank von schmelzendem Kunststoff liegt in der Luft. Die Feuerzungen spiegeln sich glänzend in feuchten Spuren auf dem Schotter des Parkplatzes.

„Das ist Blut!“, ruft einer der Feuerwehrmänner. Seine Stimme wird vom Donnern der explodierenden Reifen übertönt.

 

*****

30 Stunden zuvor

 

„Das ist Ole, mein Sohn. Er kommt mit uns.“

Bentje starrte Georg an.

„Sag ‚Hallo‘, Ole!“ Georg zerrte den schlaksigen Jungen mit dem typisch mürrischen Gesichtsausdruck eines Teenagers vor und lächelte Bentje aufmunternd an.

„Tach“, grummelte Ole. Sein Widerwillen war ihm so deutlich anzusehen, wie einem Nudisten, den man in einen Anzug gezwängt hatte.

Bentje, noch immer fassungslos, ließ ihre Reisetasche fallen. Georg griff beherzt zu. „Ole, verstau die doch schonmal im Wohnmobil“, sagte er und schob seinen Sohn mit der Tasche los.

„Ich weiß, das kommt etwas überraschend“, beteuerte er und legte seine Hand auf Bentjes Schulter. „Ich hatte vergessen, dass er diese Woche bei mir ist, bis seine Mutter ihn gestern Abend bei mir abgeliefert hat. Aber vielleicht ist es ja eine gute Gelegenheit, dass ihr euch kennenlernt.“

Bisher hatte Bentje die Unbekümmertheit, mit der Georg dem Leben begegnete, immer bewundert. Jetzt klingelten leise Alarmglocken in ihrem Inneren.

„Wir wollten diesen Ausflug machen, damit wir uns erst einmal besser kennenlernen“, antwortete sie. „Ich habe ja noch nicht einmal gewusst, dass du einen Sohn hast.“

Bentje und Georg waren vor einigen Monaten auf einer Internetplattform miteinander in Kontakt getreten. Die wenigen Treffen, die es bisher im echten Leben gegeben hatte, waren witzig, unterhaltsam und ja, auch befriedigend gewesen. Georg war spontan, impulsiv und beneidenswert lässig. So zumindest hatte Bentje es bisher eingeschätzt. Momentan hielt sie ihn für naiv und unverschämt.

„Ich glaube, das ist keine gute Idee“, sagte sie und zog ihre Schulter unter Georgs Hand fort. „Wir sollten das verschieben und du fährst jetzt mit deinem Sohn alleine.“

„Das kommt überhaupt nicht in Frage“, erwiderte Georg und zog sie mit sich zum Wohnmobil. „Wir haben uns so auf diese Tage gefreut. Und Ole ist eigentlich ganz unkompliziert, wirst schon sehen!“

 

*****

 

 

Ole hatte die Tasche der Trulla in den unteren Stauraum des Wohnmobils geworfen und war eingestiegen. Wo sein Vater diese dummen Gänse immer auftrieb, war ihm ein Rätsel. Wer nur halbwegs bei Verstand war, musste doch sofort merken, was für ein Arsch der war. Alleine diese Nummer jetzt wieder. Darauf zu bestehen, dass er mitfahren solle. Ole fand, er hätte genauso gut zuhause bleiben können. Ja, dann wäre er eben eine Woche allein gewesen. Na und? Er hätte schon nicht die Bude abgefackelt. Aber dass es hier zu dritt in diesem beknackten Camper friedlich zugehen würde, dafür übernahm er keine Garantie.

Er fläzte sich auf einen der hinteren Sitze, setzte seine Kopfhörer auf, zog die Kapuze tief ins Gesicht und rief den Chatroom seines Lieblingsforums auf. Ablenkung konnte er jetzt gut gebrauchen. Und das hatte er rausgehandelt: Wenn er schon mitkam, dann nur, wenn er unbegrenzten Zugang ins Netz hatte.

Als sein Vater und die Trulla endlich einstiegen, war Ole schon mit herold_wolf in ein mitreißendes Gespräch vertieft.

 

*****

 

Georg war zufrieden mit seinen Überredungskünsten. Zwar schmollte Bentje, aber, so wie er sie einschätzte, würde sie das nicht ewig durchhalten und dann könnten sie ein lauschiges Wochenende verleben. Er hatte schon lange davon geträumt, Ole mal mitzunehmen. Vielleicht würde das den Jungen ihm wieder näher bringen. Er hatte das dumpfe Gefühl, dass seine Ex dem Burschen jede Menge Blödsinn erzählt und ihn so bewusst von ihm entfernt hatte. Wie sonst sollte sich Georg das merkwürdige Verhalten seines Sohnes erklären, mit dem er früher durchaus Spaß gehabt hatte.

„Wo sind denn meine Sachen?“, riss Bentje ihn aus seinen Gedanken. Sie sah sich nach Ole um, der nicht reagierte.

„Was brauchst du denn?“, fragte Georg.

„Nichts. Ich will einfach nur wissen, wo meine Sachen sind.“

Georg wedelte mit der Hand zu den rückseitigen Sitzen und erwischte Oles Knie, was der mit einem genervten Schnauben quittierte. Georg patschte ein weiteres Mal hinter sich.

„Was?“, kam es knurrig von Ole, der die Kopfhörer abgenommen hatte. Laute dumpfe Beats waren zu hören.

„Wo hast du Bentjes Sachen gelassen?“, fragte Georg.

„Wo wohl? Im Stauraum.“

Bentje sah Georg fragend an.

„Was, unten drin?“, fragte der seinen Sohn.

„Du hast doch gesagt, ich soll die Tasche da rein tun.“ Ole setzte die Kopfhörer wieder auf und tippte auf seinem Handy herum. Die Musik wurde deutlich hörbar.

Georg fluchte leise vor sich hin.

„Stimmt was nicht?“, fragte Bentje misstrauisch.

„Nein, nein, alles in Ordnung“, beschwichtigte Georg. „Es ist nur so, dass der Stauraum so eine Art Garage ist. Da ist es schon mal dreckig. Naja, und es riecht auch ein bisschen nach Garage. Aber wir müssen sowieso gleich tanken. Wenn wir anhalten, holen wir deine Sachen da unten raus, okay?“ Er schenkte Bentje ein strahlendes Lächeln und tätschelte beruhigend ihr Knie. Sie ließ es geschehen, lächelte aber nicht zurück. Georgs Stimmung sank. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Bisher war es mit Bentje immer unkompliziert gewesen. Es gefiel er, wenn er seine Geschichten zum Besten gab. Sie lachte und ließ sich von ihm gerne mitreißen, mal etwas Neues auszuprobieren. Auch im Bett machte sie eine gute Figur. Dass sie nun derart miesepetrig war, enttäuschte ihn.

Hier lesen Sie den gesamten Krimi

Wie Texte entstehen

Wie Texte entstehen – zum Beispiel in einem Schreibkurs

Pack die Badehose ein!

Ein Schreibkurs in vier Lektionen, der sich literarisch dem Phänomen Sommer widmet. Von Leichtigkeit und Freiheit ist da die Rede, von lauen Nächten, schattigen Wäldern und den Wellen als Klangteppich unter unseren Träumen. Ich bin begeistert und melde mich zu diesem Online-Kurs an. Die Lektionen sind umfangreich. Die Teilnehmer*innen werden mit Sachinformationen, literarischen Beispielen, Musikstücken und Videos an die Facetten des Sommers und deren literarische Umsetzung herangeführt. Fast nebenbei entsteht eine Sommergeschichte. Leicht soll sie sein, unterhaltsam und ganz bestimmt kein Krimi. Das habe ich mir fest vorgenommen. Doch dann kommt alles irgendwie anders, in dem „Haus am See“.

Haus am See – ein Sommerkrimi von Iris Otto

Lektion 1

Kurze Hose lange Nächte, der Start in den Sommer

Aufgabe: Ein Protagonist, der in Sommerstimmung kommt.

„Du weißt, dass es die einzigen drei Wochen sind, die ich im Sommer wegkann. Wir hatten den Urlaub ja nun weiß Gott lange genug im Voraus geplant.“ Gaby schob ihren Teller von sich. Der Appetit war ihr vergangen. Unter der Markise staute sich die Wärme und trieb Schweißperlen auf ihre Stirn.

„Ich weiß, mein Schatz. Es tut mir leid. Das kannst du mir glauben. Aber mir sind da die Hände gebunden. Kein Mensch konnte ahnen, dass uns plötzlich die Entwicklung der neuen E-Motoren solche Probleme bereitet. Wir sind total im Verzug. Der CEO kommt extra aus Japan eingeflogen. Ich kann jetzt nicht wegfahren.“ Ralf lehnte sich auf seinem Terrassenstuhl zurück und sah sie zerknirscht an. Vergeblich versuchte sie hinter seiner in Falten gelegten Stirn zu lesen, wie weit sein Bedauern tatsächlich ging. Ihr Mann liebte seinen Job, vielleicht mehr als sie selbst? Das war ungerecht, rief sie sich zur Ordnung. Er hatte ihr in fünfzehn Ehejahren nie einen Grund gegeben, an seiner Liebe zu zweifeln. Trotzdem hatte sich allmählich immer mehr Alltagsroutine in ihre Beziehung eingeschlichen. „Können wir nicht ausnahmsweise in der zweiten Ferienhälfte wegfahren?“, bat er.

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Wie man einen guten Roman schreibt

Wie man einen guten Roman schreibt: Die Ratschläge der Buchlinge

Wie man einen guten Roman schreibt – Die Ratschläge der Buchlinge

Warum alles selbst erfinden? In Büchern steht so viel … 

Es gibt Bücher, in denen steht, wie es geht. Zum Beispiel, wie man einen guten Roman schreibt.

Walter Moers bietet in „Die Stadt der Träumenden Bücher“ jede Menge Ratschläge für angehende Autoren. Im Kapitel „Der Buchlehrling“ listen die „Buchlinge“ gleich mehrere kluge Anweisungen auf. Die Buchlinge sind freundliche Zyklopen, die sich von Büchern ernähren.

Und sie lieben die Ich-Figur deshalb,

„weil ich in ihren Augen ein echter Dichter war, beziehungsweise noch etwas viel Interessanteres, nämlich einer, der noch ein Schriftsteller werden wollte … Ich hatte plötzlich hunderte von kleinen einäugigen Dichtpaten, die sich aufopfernd um mich kümmerten. Und … sie gaben mir unermüdlich Ratschläge, die so unterschiedlich waren wie die Buchlinge selbst: 

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bloggen im internet

7 Tipps für besseres Bloggen im Internet

Schon die Überschrift hat Sie in Bann gezogen? Stehen auch Sie vor dem Problem, wie das Bloggen im Internet funktioniert?

Wenn Sie für den Titel Ihres Blogs mit Zahlen agieren, reagieren die Leser darauf. Das ist wohl magisch, aber auch oft sinnvoll.

Deshalb hier: 7 Tipps für besseres Bloggen im Internet.

  1. Finden Sie überraschende Titel
  2. Schreiben Sie kurze Sätze
  3. Formulieren Sie aktiv
  4. Verwenden Sie keine -ung Wörter
  5. Überraschen Sie Ihre Leser – positiv
  6. Gestalten Sie Ihre Geschichten mit Storytelling: 1 Held hat ein Problem, das er/sie löst oder das von außen eine Lösung findet: Happy End
  7. Stellen Sie Fragen – Ziehen Sie so die Leser in Ihren Text

„7 ultimative Geheimnisse des Bloggens“ funktioniert besser als „So formulieren Sie Titel für den Blog“.

Bloggen: Erzählen im WWW ist ein anderes Schreiben als das literarische. Bei Letzterem dürfen Sie ellenlange Sätze schreiben. Sie können aus rhetorischen Gründen eine Reihe Sätze nacheinander mit demselben Wort beginnen. Sie dürfen Nebensätze verwenden, deren Verb erst am Ende erscheint. Und Sie dürfen Ihre Leser am Wickel nehmen.

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