Geruch

Der Geruch – eine Story von Rebekka Bode

Der Geruch
Story von Rebekka Bode

„Der Geruch“ ist im Online-Kurs Kreatives Schreiben entstanden.
Die Deutsch-Amerikanerin Rebekka Bode wohnt mit ihrer Familie im Berliner Prenzlauer Berg und arbeitet als Architektin.

Ich kann den Ursprung des fauligen Geruchs einfach nicht finden. Zunächst war er nur in der Küche. Jens hatte mit mir am Freitagabend Schluss gemacht, am Samstag seine Sachen gepackt und war am Sonntag mit einem sicherlich schon vor Wochen beauftragten Umzugsunternehmer ausgezogen. Als ich am Abend plötzlich allein am Küchentisch saß und mich zwang, eine Dosensuppe zu essen, bemerkte ich den Geruch. Zunächst dachte ich, es sei die Spargelcremesuppe. Ich fischte die Dose aus dem Mülleimer und überprüfte, ob sie schon abgelaufen war. Wir hatten sie als Reservesuppe hinten im Regal stehen und ihr Deckel war schon ganz verstaubt. Doch nach dem Verfallsdatum war sie noch ein halbes Jahr lang essbar. Ich schüttete den Rest trotzdem in den Abfluss und ließ noch lange heißes Wasser nachlaufen. Die sämige Pampe sollte nicht im Siphon steckenbleiben.

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Kaleidoskop des Schweigens

Kaleidoskop des Schweigens: Neuer Roman von Ursula Sinemus

Ursula Sinemus: Kaleidoskop des Schweigens

 

Der neue Roman von Ursula Sinemus ist da! Kaleidoskop

Lina kommt für ein Studienjahr aus den USA nach Deutschland, wo sie zum ersten Mal ihrer Oma Lotte begegnet. Die beiden Frauen beginnen, die Familiengeschichte zu schreiben. Lotte hat viel verschwiegen in ihrem Leben, eine Forke spielt eine Rolle, ein Schweinestall und eine quiekende männliche Sau. Auch ihre Tochter Eva schweigt: über ihre Rolle im Terrorismus und in der Familie. Und Linas Mutter hat sich in die USA abgesetzt. Wird es Lina gelingen, das Knäuel zu entwirren? Wird sie die Frauen zusammenbringen? Schließlich geht es mit Riesenschritten auf Lottes 90.Geburtstag zu … Ein Roman über vier Frauen, vier Generationen und ein Jahrhundert.

Klicken Sie bitte auf „weiterlesen“. 

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Gewinner

Die Jury hatte das Wort: Die Gewinner des Wettbewerbs Humor stehen fest

Anders als angekündigt vergeben wir wegen des Jury-Urteils dieses Mal keine drei, sondern zwei Preise – dafür aber zwei erste Preise. Gewonnen haben

Birgit Jennerjahn-Hakenes mit „Radikal“ und 

Jochen Witte mit „Diese Viren sind überall“.

Auf beide Texte entfielen von den acht Voten je drei. Gewonnen haben die beiden AutorInnen je ein Live-Seminar bei schreibwerk berlin.

Wir danken allen AutorInnen, die sich beteiligt haben: So ist das eben mit Wettbewerben, mal gewinnt man, dann wieder nicht.

Alle AutorInnen und alle JuryteilnehmerInnen laden wir von schreibwerk berlin zu einem außerordentlichen Humor-Seminar ein.

Es findet am 24. April per Zoom statt und zwar von 10 bis 12 und von 13 bis 15 Uhr. Das Seminar ist für alle, die sich aktiv beteiligt haben, kostenlos. Aber auch ganz „normale“ Menschen dürfen daran teilnehmen, da allerdings gegen eine einmalig günstige Gebühr von 50 Euro.

Schreiben Sie einfach eine Mail an info@schreibwerk-berlin.de

Und hier können Sie die beiden Gewinner-Texte noch einmal lesen:

Gewinnertexte des Wettbewerbs Humor

Foto: Sam Moqadam/unsplash

Die Jury hat das Wort – die Texte zum Wettbewerb „Humor“

Wettbewerb Humor: Wir bedanken uns ganz herzlich bei den AutorInnen, die uns ihre Texte geschickt haben.

Der Wettbewerb Humor hatte Einsendeschluss am 20. März. Nun haben Sie, die Leserin, der Leser,  das Wort. Sie entscheiden mit Ihrer Stimme, wer den Wettbewerb Humor gewinnt. Sie haben dafür bis zum 3. März 2021 Zeit. Lesen Sie in die Texte hinein, entscheiden Sie, ob sie Sie ansprechen, wenn nicht, gehen Sie zum nächsten. Entscheiden Sie nach Gefallen – und nach der Anzahl der Lachtränen, die Sie vergießen.

Zur Erinnerung: es gibt drei Preise:

1. Preis: 1 Live-Seminar nach Wahl.
2. Preis: einen Selbstlernkurs nach Wahl.
3. Preis: 2. Preis: 1 Hardcover nach Wahl:  Wilhelm Genazino, Die Liebsblödigkeit oder Wladimir Kaminer, Die Kreuzfahrer: oder Irene Dische, Großmama packt aus.

Die Texte wurden nach ihrem Eingang chronologisch hier aufgeführt. Bitte an das Publikum (das die Jury bildet): Wählen Sie für sich den besten Text aus und geben Sie Ihre Wahl bitte bekannt. Entweder durch einen Eintrag im Kommentarfeld oder durch eine Mail an info@schreibwerk-berlin.de

Hier kommt die Datei:

Texte zum Wettbewerb Humor.

Das Inhaltsverzeichnis ist interaktiv, Sie können also vom Titel im Inhaltsverzeichnis direkt zum Text hüpfen.

Wir sind sehr gespannt, wie Sie entscheiden. Viel Vergnügen!

 

extrem

Azraela – ein Text aus dem Kurs Extremdenken

Extrem: seien Sie extrem. So lautet im Kurs Extremdenken die Aufforderung. Dabei können sich die TeilnehmerInnen ein Pseudonym ausdenken. Das kann extrem befreiend wirken. Bei dieser Teilnehmerin führte die Aufforderung zu diesem Text, der uns gerade in der aktuellen Situation viel zu denken geben kann – und sehr überraschend daher kommt. Also extrem.

Dieser Text stammt von Azraela. Azrael ist in der islamischen Tradition ein Engel des Todes ist und zu den vier großen Engeln dieser Religion gehört. Im Koran wird ein Engel des Todes ausdrücklich erwähnt (Sure 32:11)

Mein Name ist Azraela

Hallo. Guten Morgen. Mein Name ist Azraela. Ich habe mich für diesen Kurs angemeldet, weil das Extreme genau mein Ding ist. Eigentlich sogar meine Profession. Aber keine Angst. Ich bin rein interessehalber hier. Die Teilnahmebescheinigung brauche ich nur, um den Kurs steuerlich absetzen zu können.

Also Extrem heißt ja „die äußerste Grenze“. Da bin ich tätig. Ich bin nämlich der Tod, oder wenn ihr mögt, die Sensenfrau. Die Instanz, die dafür sorgt, dass der Löffel zur rechten Zeit am rechten Ort abgegeben wird.

Das ist ein ziemlich anspruchsvoller Job. Schließlich sollte man keine Fehler machen. Der Boss würde das gar nicht schätzen.  Einen Fehler in meinem Bereich wieder gerade zu rücken, oh je, das kommt den Aufräumarbeiten nach einem Super-GAU gleich. Bei Gelegenheit kann ich Euch ja mal ein paar Anekdoten erzählen.

Ich mache diesen Job seit dem Jahr 611. Ich bin also noch nicht solange dabei, habe aber gerade im letzten Jahrhundert gravierende Veränderungen miterlebt.

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Dialoge

Gute Dialoge schreiben: Wie geht das?

Ein Artikel von Lilian Noetzel über Dialogschreiben. Sie leitet das Live-Seminar „Gute Dialoge schreiben“

Gute Dialoge schreiben: Wie geht das? Das fragen sich viele AutorInnen, und wir möchten hier etwas Licht ins Dunkel des Gesprächs bringen.

Perfekt als literarische Mittel der Figurenführung

Dialoge sind ideal, um eine Geschichte voranzutreiben, Spannung aufzubauen und um Lügen zu entlarven. Oder um deren böses Werk anrichten zu lassen. Die Gesprächspartner können auch um Verzeihung bitten, etwas gestehen, vielleicht sogar jemanden verraten. Oder einfach nur Informationen vermitteln, die der andere Gesprächspartner (und der Leser) bisher nicht kennen kann. Dialoge sind perfekt als Mittel der Figurenführung im Text – und deshalb entscheidend für die Dramaturgie. Auch bringen sie durchaus Dynamik und Abwechslung in den Text.

Literarische Dialoge sind niemals zufällig

Wir sprechen im Leben miteinander, ohne groß darüber nachzudenken. Ein Wort ergibt das andere – und wenn wir nicht wissen, worüber wir sprechen sollen, machen wir eben Small talk.

Darüber hinaus benutzen wir im Leben unglaublich viele Füllwörter: Äh, also, ja … Solche Füllsel rutschen im normalen Gespräch – auch beim Telefonieren – einfach so aus unseren Mündern. Und gehen danach im Geräusch des Lebens einfach unter.

Aber in der Literatur ist das anders. Literarische Dialoge sind niemals zufällig. AutorInnen setzen sie zu bestimmten Zwecken ein: Sie charakterisieren damit die Sprecher, sie geben Informationen über Vergangenes oder sie machen Andeutungen; sie vermitteln Botschaften über Abwesende oder sie bestimmen das Verhältnis der Sprechenden zueinander. Dialoge in der Literatur sind in wichtigen Situationen der Geschichte sinnvoll.

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Friedel

Der Universalreparierer – eine Kurzgeschichte von Jochen Witte

Der Universalreparierer ist im Kurs Literarisches Schreiben entstanden.
Jochen Witte lebt im Ruhrgebiet und arbeitet an seinem ersten Roman

Friedel, der Universalreparierer

Friedel stand hinter dem Tresen seines neuen Ladens und blickte hinaus auf den Marktplatz. Wenn er später an die Eröffnung zurückdenken würde, dann wollte er sich an dieses Gefühl erinnern: dass etwas Neues beginne, dass alles möglich sei.

Auch die Natur hatte etwas zu feiern. Die kleinen Grasgebiete schmückte sie mit Blumen, die Bäume mit frischem Grün, den Himmel tünchte sie blau und auf die Äste setzte sie Vögel, die vom Frühling zwitscherten.

Gestern, zur offiziellen Eröffnungsfeier, waren alle erschienen, hatten auf seinen Rücken geklopft, an seine Schultern geknufft und ihm Glück gewünscht. Seine Großeltern, die ihm das Geld für die Werkstatt geliehen hatten, seine Mutter, die sich endlich damit abzufinden schien, dass er sein Studium aufgegeben hatte und neugierige Nachbarn, die sich in den letzten Wochen bestimmt gefragt hatten, was für ein eigenartiges Geschäft da eröffnen sollte: Mr. Fixit – Reparaturen aller Art?    

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Intermezzo

Intermezzo – eine Kurzgeschichte von Sarah Keschke

Intermezzo ist im Kurs „Kreatives Schreiben“ entstanden. Für die Aufgabe gab es eine Reihe von Wörtern, die in eine Geschichte eingebaut werden sollten. Zwei dieser Wörter – Leguan und vespern – bereiteten mir zunächst einiges Kopfzerbrechen. Was in aller Welt sollte ich damit bloß anfangen?! Dann jedoch formten sich erste Ideen für ein Handlungsgerüst in meinem Kopf, und plötzlich ließ sich alles wunderbar verwursten.

Sarah Keschke kommt aus Deutschland und lebt seit vielen Jahren in Schottland

Intermezzo

Intermezzo

Corinna steuerte ihren Wagen die Landstraße entlang. Bis zum Wochenendhaus waren es noch etwa zwanzig Minuten. Eigentlich hatte sie überhaupt keine Zeit, das Wochenende dort zu verschwenden. Sie musste noch dringend zwei Klassensätze Mathearbeiten korrigieren; ihre Planungen für die nächste Woche standen auch noch an. Vor dem Einbruch der Kälte sollte sie aber im Wochenendhaus wenigstens noch einmal nach dem Rechten sehen. Na ja, zumindest hatte sie ihre Arbeit hinten im Auto liegen. Vielleicht würde sie trotzdem noch einiges erledigen. Sie seufzte. Die viele Arbeit und der Stress im Beruf wurden einfach nicht weniger. Sie hatte gehofft, dass mit etwas mehr Routine alles besser zu schaffen sein würde. Nun war sie siebenunddreißig Jahre alt, hatte ein knappes Jahrzehnt im Job hinter sich, und es änderte sich nichts. Die Arbeit erschien ihr wie Kaugummi an den Fingern – je mehr sie versuchte, sie loszuwerden, umso mehr blieb sie an ihr kleben. Sie hatte nie das Gefühl, „fertig“ zu sein. Immer fand sich noch etwas, das schon seit Langem darauf wartete, erledigt zu werden. Es war, als ob die Arbeit sich unter ihren Händen vermehrte. Die Instandhaltung des Wochenendhauses kam noch als zusätzliche Belastung hinzu.

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