Digitalisierung

Literatur und die Kunst des Schreibens

Literatur Schreiben oder Fiction Writing – die Kunst des Schreibens

Fiction Writing bedeutet, Literatur zu schreiben. Sie ERFINDEN eine Geschichte, die nicht wahr ist, aber wahr sein könnte. Literarisches Schreiben ist also kein Journalismus, sondern Ausbeutung des Lebens, der Wirklichkeit. In diese hinein erfinden wir Geschichten, die in ihr passiert sein oder noch passieren könnten. Oder in einer vollständig erfundenen Wirklichkeit, wenn Sie Science-Fiction schreiben.

Keine wahren oder unwahren Geschichten

Es gibt keine wahren oder unwahren Geschichten. Wichtig ist, was wir für möglich halten. Selbst die wunderlichsten Geschichten, wie z.B. die Lügengeschichten des Barons von Münchhausen, erscheinen während der Lektüre glaubwürdig. Weil sie in der Welt, die geschildert wird, einen glaubwürdigen Rahmen haben.
Durch das Schreiben schaffen wir eine eigene Welt. Vielleicht eine schönere, vielleicht eine, in der die Helden noch richtige Kämpfer sind und die größten Gefahren meistern. Vielleicht eine, die fantastisch ist wie das Wonderland von Alice, in der die Gesetze der wirklichen Welt nicht gelten. Oder in der man von Planet zu Planet spaziert wie Der Kleine Prinz von Antoine de St. Exupéry.

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Legokiste

Die Legokiste – eine Geschichte von Oliver Wolf

Die Legokiste von Oliver Wolf erinnert an die überbordende Fantasie des Kindes. Und an den Flow, der die Umwelt vergessen lässt. Oliver Wolf lebt mit seiner Familie in Sevilla. Der Text ist im Online-Kurs Kreatives Schreiben entstanden.

Die Legokiste

Wir haben in unserer Wohnung im Flur eine Schrankwand, selbst montiert von meinem Vater. Darin steht unten links, etwas versteckt, eine Holzkiste, die Legokiste – helles Holz, mit kitschiger Brandmalerei – voller Legosteine. Also, es sind keine echten Legosteine, sondern eine Variante aus Weichplastik, von einer wässrigen, weissen Farbe. Die Dinger fühlen sich seltsam an, und auch zwischen den Zähnen haben sie einen merkwürdigen Widerstand. Ein paar echte Hartplastiklegosteine finden sind dazwischen, sogar eine komplette Legoeisenbahn mit Legoschienen. Aber die weiche und die harte Sorte passen nicht richtig zusammen.

Diese Kiste ist meine Schatztruhe

Diese Kiste ist meine Schatztruhe. Es gibt hier keinen Bauplan, wie bei modernen Lego-Bausätzen. Es ist einfach ein wildes Durcheinander von Steinen verschiedenster Grösse und Form: pure Anarchie. Aus den Steinen lasse ich die unwahrscheinlichsten Gebilde entstehen. Raumschiffe, Häuser, Unterseeboote, alles! Und niemand redet mir rein! Meistens baue ich einfach krudes Zeug zusammen, meine Fantasie ist da ziemlich flexibel  – am Anfang plane ich vielleicht, ein Pferd zu bauen, und am Schluss wird irgendwie ein Hubschrauber daraus.

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Plagiat

Plagiat: Die deutsche Suche nach dem falschen Wort

Plagiat: Die deutsche Suche nach dem falschen Wort

Für alle höheren Wesen, die wir verehren

Schon wieder ist eine Ministerin zurückgetreten, weil sie angeblich nicht korrekt wissenschaftlich gearbeitet habe. Also ein Plagiat geschrieben und als eigene Arbeit abgegeben hat. Sie darf sich Frau Doktor nennen. Durfte. Jemand aber hat sich akribisch über ihre Doktorarbeit hergemacht und offenbar inzwischen Erfolg mit seinem Plagiatsvorwurf. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Nehme ich in einer wissenschaftlichen Arbeit eine Theorie, eine Erkenntnis oder auch ganze Absätze von anderen und erkläre das nicht, dann ist das natürlich nicht korrekt.

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Himbeerernte

Himbeerernte – eine Story von Antje Roß

Himbeerernte

Himbeerernte: Eine Kurzgeschichte von Antje Roß aus dem Online-Kurs Kreatives Schreiben

Antje Roß wohnt in Berlin und liebt den Wortwitz. Für eine gelungene Pointe gibt sie sogar den Nachtisch her.

Trotz der frühen Stunde

An jenem Morgen, einem Dienstag im Juli, zirpten die Grillen besonders laut. Welch ein Glück, dass Gisbert aufgrund des warmen, trockenen Wetters bei offenem Fenster geschlafen hatte.
Geweckt durch den schrillen Insektengesang, setzte er sich ruckartig im Bett auf und schaute auf die Uhr. 05:17 leuchtete es neongrün von der Digitalanzeige seines Radioweckers. Für gewöhnlich wurde er erst Punkt halb sieben durch den Alarm wach. Trotz der frühen Stunde und obwohl er bis nach Mitternacht beim Online-Spiel versackt war, fühlten sich weder Augen noch Körper noch Geist müde an. Das Zirpen schien lauter, intensiver zu werden. Gisbert war, als wollten ihm die Tiere eine Botschaft übermitteln. Er konnte deren Inhalt nicht klar deuten, aber es schwang eine Ankündigung darin, dass dieser Dienstag im Juli kein gewöhnlicher werden würde. Gisbert fühlte ein verheißungsvolles Kitzeln im Bauch und wunderte sich sehr darüber, denn eigentlich war er kein Fan von Experimenten und Überraschungen. Dieses Mal musste er das Abenteuer suchen, das da draußen auf ihn wartete.

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Geruch

Der Geruch – eine Story von Rebekka Bode

Der Geruch
Story von Rebekka Bode

„Der Geruch“ ist im Online-Kurs Kreatives Schreiben entstanden.
Die Deutsch-Amerikanerin Rebekka Bode wohnt mit ihrer Familie im Berliner Prenzlauer Berg und arbeitet als Architektin.

Ich kann den Ursprung des fauligen Geruchs einfach nicht finden. Zunächst war er nur in der Küche. Jens hatte mit mir am Freitagabend Schluss gemacht, am Samstag seine Sachen gepackt und war am Sonntag mit einem sicherlich schon vor Wochen beauftragten Umzugsunternehmer ausgezogen. Als ich am Abend plötzlich allein am Küchentisch saß und mich zwang, eine Dosensuppe zu essen, bemerkte ich den Geruch. Zunächst dachte ich, es sei die Spargelcremesuppe. Ich fischte die Dose aus dem Mülleimer und überprüfte, ob sie schon abgelaufen war. Wir hatten sie als Reservesuppe hinten im Regal stehen und ihr Deckel war schon ganz verstaubt. Doch nach dem Verfallsdatum war sie noch ein halbes Jahr lang essbar. Ich schüttete den Rest trotzdem in den Abfluss und ließ noch lange heißes Wasser nachlaufen. Die sämige Pampe sollte nicht im Siphon steckenbleiben.

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Kaleidoskop des Schweigens

Kaleidoskop des Schweigens: Neuer Roman von Ursula Sinemus

Ursula Sinemus: Kaleidoskop des Schweigens

 

Der neue Roman von Ursula Sinemus ist da! Kaleidoskop

Lina kommt für ein Studienjahr aus den USA nach Deutschland, wo sie zum ersten Mal ihrer Oma Lotte begegnet. Die beiden Frauen beginnen, die Familiengeschichte zu schreiben. Lotte hat viel verschwiegen in ihrem Leben, eine Forke spielt eine Rolle, ein Schweinestall und eine quiekende männliche Sau. Auch ihre Tochter Eva schweigt: über ihre Rolle im Terrorismus und in der Familie. Und Linas Mutter hat sich in die USA abgesetzt. Wird es Lina gelingen, das Knäuel zu entwirren? Wird sie die Frauen zusammenbringen? Schließlich geht es mit Riesenschritten auf Lottes 90.Geburtstag zu … Ein Roman über vier Frauen, vier Generationen und ein Jahrhundert.

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Gewinner

Die Jury hatte das Wort: Die Gewinner des Wettbewerbs Humor stehen fest

Anders als angekündigt vergeben wir wegen des Jury-Urteils dieses Mal keine drei, sondern zwei Preise – dafür aber zwei erste Preise. Gewonnen haben

Birgit Jennerjahn-Hakenes mit „Radikal“ und 

Jochen Witte mit „Diese Viren sind überall“.

Auf beide Texte entfielen von den acht Voten je drei. Gewonnen haben die beiden AutorInnen je ein Live-Seminar bei schreibwerk berlin.

Wir danken allen AutorInnen, die sich beteiligt haben: So ist das eben mit Wettbewerben, mal gewinnt man, dann wieder nicht.

Alle AutorInnen und alle JuryteilnehmerInnen laden wir von schreibwerk berlin zu einem außerordentlichen Humor-Seminar ein.

Es findet am 24. April per Zoom statt und zwar von 10 bis 12 und von 13 bis 15 Uhr. Das Seminar ist für alle, die sich aktiv beteiligt haben, kostenlos. Aber auch ganz „normale“ Menschen dürfen daran teilnehmen, da allerdings gegen eine einmalig günstige Gebühr von 50 Euro.

Schreiben Sie einfach eine Mail an info@schreibwerk-berlin.de

Und hier können Sie die beiden Gewinner-Texte noch einmal lesen:

Gewinnertexte des Wettbewerbs Humor

Foto: Sam Moqadam/unsplash

Die Jury hat das Wort – die Texte zum Wettbewerb „Humor“

Wettbewerb Humor: Wir bedanken uns ganz herzlich bei den AutorInnen, die uns ihre Texte geschickt haben.

Der Wettbewerb Humor hatte Einsendeschluss am 20. März. Nun haben Sie, die Leserin, der Leser,  das Wort. Sie entscheiden mit Ihrer Stimme, wer den Wettbewerb Humor gewinnt. Sie haben dafür bis zum 3. März 2021 Zeit. Lesen Sie in die Texte hinein, entscheiden Sie, ob sie Sie ansprechen, wenn nicht, gehen Sie zum nächsten. Entscheiden Sie nach Gefallen – und nach der Anzahl der Lachtränen, die Sie vergießen.

Zur Erinnerung: es gibt drei Preise:

1. Preis: 1 Live-Seminar nach Wahl.
2. Preis: einen Selbstlernkurs nach Wahl.
3. Preis: 2. Preis: 1 Hardcover nach Wahl:  Wilhelm Genazino, Die Liebsblödigkeit oder Wladimir Kaminer, Die Kreuzfahrer: oder Irene Dische, Großmama packt aus.

Die Texte wurden nach ihrem Eingang chronologisch hier aufgeführt. Bitte an das Publikum (das die Jury bildet): Wählen Sie für sich den besten Text aus und geben Sie Ihre Wahl bitte bekannt. Entweder durch einen Eintrag im Kommentarfeld oder durch eine Mail an info@schreibwerk-berlin.de

Hier kommt die Datei:

Texte zum Wettbewerb Humor.

Das Inhaltsverzeichnis ist interaktiv, Sie können also vom Titel im Inhaltsverzeichnis direkt zum Text hüpfen.

Wir sind sehr gespannt, wie Sie entscheiden. Viel Vergnügen!