Live-Seminare

Live-Seminar: das neue Format bei schreibwerk berlin

Was ist ein Live-Seminar?

Was ist ein Live-Seminar? Das werden sich viele fragen. So ging es mir ja auch, und ich biete schon seit inzwischen elf Jahren Online-Kurse an. Mit denen komme ich ganz gut zurecht: Die TeilnehmerInnen schreiben ihre Texte, darauf erhalten sie eine Antwort, von uns Anregungen, Tipps und Tricks, um diese Texte besser zu machen. Das allerdings geschieht zeitversetzt und schriftlich.

Ein bisschen Technik 

Live-Seminare dagegen  erlauben eine Begegnung, als wäre man miteinander in einem Raum. Man benötigt dazu lediglich ein bisschen Technik und die Lust am Thema. Technik heißt: Sie brauchen eine funktionierende Internetverbindung und einen Computer mit Kamera und Audiofunktion. Wir laden Sie zum Live-Seminar ein und sorgen für den reibungslosen Ablauf.

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Urlaub auf Abwegen

Urlaub auf Abwegen – ein Text aus dem Sommerkurs

Im Sommerkurs „Pack die Badehose ein“ entstanden – neben vielen anderen Texten – auch zwei Krimis. Einer davon ist von Andrea Gärtners „Urlaub auf Abwegen“. Sie lesen hier den ersten Teil und können dann auf der Homepage von Andrea Gärtner weiterlesen.

Urlaub auf Abwegen – von Andrea Gärtner

Erster Teil

Der Feuerschein erhellt die Nacht. In der Ferne heulen Sirenen. Im tanzenden Licht der Flammen steht eine Gestalt in kurzer Hose, die Kapuze des Pullovers über den Kopf gezogen. Barfuß und mit leeren Händen verharrt sie einen Moment regungslos, ehe sie den Parkplatz verlässt, und quer über die Wiese in Richtung Wald davonläuft.

Als die Feuerwehr eintrifft, schlagen die Flammen aus den geborstenen Fenstern des Wohnmobils. Der Gestank von schmelzendem Kunststoff liegt in der Luft. Die Feuerzungen spiegeln sich glänzend in feuchten Spuren auf dem Schotter des Parkplatzes.

„Das ist Blut!“, ruft einer der Feuerwehrmänner. Seine Stimme wird vom Donnern der explodierenden Reifen übertönt.

 

*****

30 Stunden zuvor

 

„Das ist Ole, mein Sohn. Er kommt mit uns.“

Bentje starrte Georg an.

„Sag ‚Hallo‘, Ole!“ Georg zerrte den schlaksigen Jungen mit dem typisch mürrischen Gesichtsausdruck eines Teenagers vor und lächelte Bentje aufmunternd an.

„Tach“, grummelte Ole. Sein Widerwillen war ihm so deutlich anzusehen, wie einem Nudisten, den man in einen Anzug gezwängt hatte.

Bentje, noch immer fassungslos, ließ ihre Reisetasche fallen. Georg griff beherzt zu. „Ole, verstau die doch schonmal im Wohnmobil“, sagte er und schob seinen Sohn mit der Tasche los.

„Ich weiß, das kommt etwas überraschend“, beteuerte er und legte seine Hand auf Bentjes Schulter. „Ich hatte vergessen, dass er diese Woche bei mir ist, bis seine Mutter ihn gestern Abend bei mir abgeliefert hat. Aber vielleicht ist es ja eine gute Gelegenheit, dass ihr euch kennenlernt.“

Bisher hatte Bentje die Unbekümmertheit, mit der Georg dem Leben begegnete, immer bewundert. Jetzt klingelten leise Alarmglocken in ihrem Inneren.

„Wir wollten diesen Ausflug machen, damit wir uns erst einmal besser kennenlernen“, antwortete sie. „Ich habe ja noch nicht einmal gewusst, dass du einen Sohn hast.“

Bentje und Georg waren vor einigen Monaten auf einer Internetplattform miteinander in Kontakt getreten. Die wenigen Treffen, die es bisher im echten Leben gegeben hatte, waren witzig, unterhaltsam und ja, auch befriedigend gewesen. Georg war spontan, impulsiv und beneidenswert lässig. So zumindest hatte Bentje es bisher eingeschätzt. Momentan hielt sie ihn für naiv und unverschämt.

„Ich glaube, das ist keine gute Idee“, sagte sie und zog ihre Schulter unter Georgs Hand fort. „Wir sollten das verschieben und du fährst jetzt mit deinem Sohn alleine.“

„Das kommt überhaupt nicht in Frage“, erwiderte Georg und zog sie mit sich zum Wohnmobil. „Wir haben uns so auf diese Tage gefreut. Und Ole ist eigentlich ganz unkompliziert, wirst schon sehen!“

 

*****

 

 

Ole hatte die Tasche der Trulla in den unteren Stauraum des Wohnmobils geworfen und war eingestiegen. Wo sein Vater diese dummen Gänse immer auftrieb, war ihm ein Rätsel. Wer nur halbwegs bei Verstand war, musste doch sofort merken, was für ein Arsch der war. Alleine diese Nummer jetzt wieder. Darauf zu bestehen, dass er mitfahren solle. Ole fand, er hätte genauso gut zuhause bleiben können. Ja, dann wäre er eben eine Woche allein gewesen. Na und? Er hätte schon nicht die Bude abgefackelt. Aber dass es hier zu dritt in diesem beknackten Camper friedlich zugehen würde, dafür übernahm er keine Garantie.

Er fläzte sich auf einen der hinteren Sitze, setzte seine Kopfhörer auf, zog die Kapuze tief ins Gesicht und rief den Chatroom seines Lieblingsforums auf. Ablenkung konnte er jetzt gut gebrauchen. Und das hatte er rausgehandelt: Wenn er schon mitkam, dann nur, wenn er unbegrenzten Zugang ins Netz hatte.

Als sein Vater und die Trulla endlich einstiegen, war Ole schon mit herold_wolf in ein mitreißendes Gespräch vertieft.

 

*****

 

Georg war zufrieden mit seinen Überredungskünsten. Zwar schmollte Bentje, aber, so wie er sie einschätzte, würde sie das nicht ewig durchhalten und dann könnten sie ein lauschiges Wochenende verleben. Er hatte schon lange davon geträumt, Ole mal mitzunehmen. Vielleicht würde das den Jungen ihm wieder näher bringen. Er hatte das dumpfe Gefühl, dass seine Ex dem Burschen jede Menge Blödsinn erzählt und ihn so bewusst von ihm entfernt hatte. Wie sonst sollte sich Georg das merkwürdige Verhalten seines Sohnes erklären, mit dem er früher durchaus Spaß gehabt hatte.

„Wo sind denn meine Sachen?“, riss Bentje ihn aus seinen Gedanken. Sie sah sich nach Ole um, der nicht reagierte.

„Was brauchst du denn?“, fragte Georg.

„Nichts. Ich will einfach nur wissen, wo meine Sachen sind.“

Georg wedelte mit der Hand zu den rückseitigen Sitzen und erwischte Oles Knie, was der mit einem genervten Schnauben quittierte. Georg patschte ein weiteres Mal hinter sich.

„Was?“, kam es knurrig von Ole, der die Kopfhörer abgenommen hatte. Laute dumpfe Beats waren zu hören.

„Wo hast du Bentjes Sachen gelassen?“, fragte Georg.

„Wo wohl? Im Stauraum.“

Bentje sah Georg fragend an.

„Was, unten drin?“, fragte der seinen Sohn.

„Du hast doch gesagt, ich soll die Tasche da rein tun.“ Ole setzte die Kopfhörer wieder auf und tippte auf seinem Handy herum. Die Musik wurde deutlich hörbar.

Georg fluchte leise vor sich hin.

„Stimmt was nicht?“, fragte Bentje misstrauisch.

„Nein, nein, alles in Ordnung“, beschwichtigte Georg. „Es ist nur so, dass der Stauraum so eine Art Garage ist. Da ist es schon mal dreckig. Naja, und es riecht auch ein bisschen nach Garage. Aber wir müssen sowieso gleich tanken. Wenn wir anhalten, holen wir deine Sachen da unten raus, okay?“ Er schenkte Bentje ein strahlendes Lächeln und tätschelte beruhigend ihr Knie. Sie ließ es geschehen, lächelte aber nicht zurück. Georgs Stimmung sank. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Bisher war es mit Bentje immer unkompliziert gewesen. Es gefiel er, wenn er seine Geschichten zum Besten gab. Sie lachte und ließ sich von ihm gerne mitreißen, mal etwas Neues auszuprobieren. Auch im Bett machte sie eine gute Figur. Dass sie nun derart miesepetrig war, enttäuschte ihn.

Hier lesen Sie den gesamten Krimi

Wie Texte entstehen

Wie Texte entstehen – zum Beispiel in einem Schreibkurs

Pack die Badehose ein!

Ein Schreibkurs in vier Lektionen, der sich literarisch dem Phänomen Sommer widmet. Von Leichtigkeit und Freiheit ist da die Rede, von lauen Nächten, schattigen Wäldern und den Wellen als Klangteppich unter unseren Träumen. Ich bin begeistert und melde mich zu diesem Online-Kurs an. Die Lektionen sind umfangreich. Die Teilnehmer*innen werden mit Sachinformationen, literarischen Beispielen, Musikstücken und Videos an die Facetten des Sommers und deren literarische Umsetzung herangeführt. Fast nebenbei entsteht eine Sommergeschichte. Leicht soll sie sein, unterhaltsam und ganz bestimmt kein Krimi. Das habe ich mir fest vorgenommen. Doch dann kommt alles irgendwie anders, in dem „Haus am See“.

Haus am See – ein Sommerkrimi von Iris Otto

Lektion 1

Kurze Hose lange Nächte, der Start in den Sommer

Aufgabe: Ein Protagonist, der in Sommerstimmung kommt.

„Du weißt, dass es die einzigen drei Wochen sind, die ich im Sommer wegkann. Wir hatten den Urlaub ja nun weiß Gott lange genug im Voraus geplant.“ Gaby schob ihren Teller von sich. Der Appetit war ihr vergangen. Unter der Markise staute sich die Wärme und trieb Schweißperlen auf ihre Stirn.

„Ich weiß, mein Schatz. Es tut mir leid. Das kannst du mir glauben. Aber mir sind da die Hände gebunden. Kein Mensch konnte ahnen, dass uns plötzlich die Entwicklung der neuen E-Motoren solche Probleme bereitet. Wir sind total im Verzug. Der CEO kommt extra aus Japan eingeflogen. Ich kann jetzt nicht wegfahren.“ Ralf lehnte sich auf seinem Terrassenstuhl zurück und sah sie zerknirscht an. Vergeblich versuchte sie hinter seiner in Falten gelegten Stirn zu lesen, wie weit sein Bedauern tatsächlich ging. Ihr Mann liebte seinen Job, vielleicht mehr als sie selbst? Das war ungerecht, rief sie sich zur Ordnung. Er hatte ihr in fünfzehn Ehejahren nie einen Grund gegeben, an seiner Liebe zu zweifeln. Trotzdem hatte sich allmählich immer mehr Alltagsroutine in ihre Beziehung eingeschlichen. „Können wir nicht ausnahmsweise in der zweiten Ferienhälfte wegfahren?“, bat er.

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Wie man einen guten Roman schreibt

Wie man einen guten Roman schreibt: Die Ratschläge der Buchlinge

Wie man einen guten Roman schreibt – Die Ratschläge der Buchlinge

Warum alles selbst erfinden? In Büchern steht so viel … 

Es gibt Bücher, in denen steht, wie es geht. Zum Beispiel, wie man einen guten Roman schreibt.

Walter Moers bietet in „Die Stadt der Träumenden Bücher“ jede Menge Ratschläge für angehende Autoren. Im Kapitel „Der Buchlehrling“ listen die „Buchlinge“ gleich mehrere kluge Anweisungen auf. Die Buchlinge sind freundliche Zyklopen, die sich von Büchern ernähren.

Und sie lieben die Ich-Figur deshalb,

„weil ich in ihren Augen ein echter Dichter war, beziehungsweise noch etwas viel Interessanteres, nämlich einer, der noch ein Schriftsteller werden wollte … Ich hatte plötzlich hunderte von kleinen einäugigen Dichtpaten, die sich aufopfernd um mich kümmerten. Und … sie gaben mir unermüdlich Ratschläge, die so unterschiedlich waren wie die Buchlinge selbst: 

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bloggen im internet

7 Tipps für besseres Bloggen im Internet

Schon die Überschrift hat Sie in Bann gezogen? Stehen auch Sie vor dem Problem, wie das Bloggen im Internet funktioniert?

Wenn Sie für den Titel Ihres Blogs mit Zahlen agieren, reagieren die Leser darauf. Das ist wohl magisch, aber auch oft sinnvoll.

Deshalb hier: 7 Tipps für besseres Bloggen im Internet.

  1. Finden Sie überraschende Titel
  2. Schreiben Sie kurze Sätze
  3. Formulieren Sie aktiv
  4. Verwenden Sie keine -ung Wörter
  5. Überraschen Sie Ihre Leser – positiv
  6. Gestalten Sie Ihre Geschichten mit Storytelling: 1 Held hat ein Problem, das er/sie löst oder das von außen eine Lösung findet: Happy End
  7. Stellen Sie Fragen – Ziehen Sie so die Leser in Ihren Text

„7 ultimative Geheimnisse des Bloggens“ funktioniert besser als „So formulieren Sie Titel für den Blog“.

Bloggen: Erzählen im WWW ist ein anderes Schreiben als das literarische. Bei Letzterem dürfen Sie ellenlange Sätze schreiben. Sie können aus rhetorischen Gründen eine Reihe Sätze nacheinander mit demselben Wort beginnen. Sie dürfen Nebensätze verwenden, deren Verb erst am Ende erscheint. Und Sie dürfen Ihre Leser am Wickel nehmen.

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Wenn Heimat dämmert – Beispiel für „automatisches Schreiben“

Automatisches Schreiben – Beispieltext zum Thema Heimat

Dieses Beispiel für automatisches Schreiben (nach dem „Weiterlesen-Button“) ist ein Text, der aus einer Laune heraus geschrieben wurde. Er soll Ihnen zeigen, dass man aus einem Impuls heraus einfach drauflos schreiben kann. Die Assoziationen, denen die Autorin folgte, kamen „automatisch“.

Automatisches Schreiben

Automatisches Schreiben (auch „freewriting“ genannt) ist nämlich genau das: drauflos schreiben. Ohne Angst vor der (eigenen) Zensur oder vor Kritik. Einfach aus Spaß an den eigenen Assoziationen und Ideen, an denen man sich lang hangelt während des Schreibens. Sie können sich ein Thema vornehmen und darüber schreiben. Oder sich drei Worte aus dem Wörterbuch oder der Zeitung holen und diese an den Anfang, in die Mitte und ans Ende Ihres Blattes setzen. Dann füllen Sie den Zwischenraum zwischen dem erstem bis zum zweiten und von da bis zum dritten Wort.

Sie können sich auch in den „Flow“ schreiben, wenn Sie aus dem so gewonnenen ersten Text wiederum drei Worte wählen, daraus einen zweiten Text schreiben und so weiter … Sie werden staunen, welche Ideen und Themen, welche ProtagonistInnen und welche Szenen Sie dadurch finden. Lernen können Sie das automatische Schreiben in unserem Online-Kurs Kreatives Schreiben. Sie können ihn gerne eine Woche lang testen:

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Konzentration

9 Tipps zur Konzentration beim Schreiben

Sie kennen das: Gerade sitzen Sie am Schreibtisch, alles da: der Tee, die Idee, der gute Vorsatz. Da fällt Ihnen ein, dass Sie noch den Müll runterbringen müssen, Ihre Mutter anrufen, einen Tisch im Restaurant für den Abend bestellen, das Geschirr spülen, die Waschmaschine ausräumen …. Wir sind Weltmeister im Prokrastinieren. Also darin, etwas anderes dringend tun zu müssen, wenn wir eigentlich die Konzentration beim Schreiben wollen.

Das hört jetzt auf! Bei „Weiterlesen“ folgen ein paar Tipps, wie Sie in das ablenkungsfreie Schreiben kommen. Oder, anders gesagt, wie Sie fokussieren und die Konzentration beim Schreiben finden.

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Die Leichtigkeit des Feierabends – von Andrea Gärtner

Der Text entstand im Kurs „Pack die Badehose ein“ – Aufgabe: In Sommerstimmung kommen

Andrea Gärtner Jahrgang 1974, lebt und arbeitet in Südniedersachsen. 2017 erschien ihr erster Roman „Herzfehler“.

Die Leichtigkeit des Feierabends

Sie parkt das Auto und schnappt nach ihrer Handtasche. Die Post vom Nebensitz klemmt sie unter den Arm. Während sie den Wagen abschließt, entsperrt sie schon das Handy, um die eingegangenen Nachrichten zu lesen.

Ihre Mutter schickt einen Einkaufszettel, mit der Frage, ob sie das Gewünschte auf dem Wochenmarkt besorgen könne. Sie seufzt. Das heißt dann, schon um sechs aufzustehen, wenn sie vor der Arbeit den Einkauf und eine Runde Sport absolvieren will.

Eine Freundin bittet um Rückruf. Es geht um die Besorgung eines Geschenks für einen gemeinsamen Freund. Vermutlich wird das wieder an ihr hängen bleiben. „Da hast eben immer die besten Ideen!“, heißt es dann. Sie kann es nicht mehr hören.

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