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Die Magie des Karnevals in der Literatur

Die Magie des Karnevals in der Literatur

Eine Reise durch die Vielfalt der Verkleidungen

Der Karneval, ein Fest der Farben, Kostüme und ausgelassenen Feierlichkeiten, hat seit Jahrhunderten die Fantasie von Menschen auf der ganzen Welt beflügelt. Doch weit über die Straßenparaden und Maskenbälle hinaus hat der Karneval auch einen festen Platz in der Literatur gefunden. Von seinen festlichen Traditionen bis hin zu den tieferen kulturellen und symbolischen Bedeutungen hat der Karneval zahlreiche Autor:innen inspiriert, seine Atmosphäre, seinen Glanz und seine Geheimnisse in ihren Werken einzufangen.

Die Vielfalt der Feierlichtkeiten

In der Literatur wird der Karneval oft als eine Zeit der Freiheit und des Ausdrucks dargestellt, in der gesellschaftliche Normen außer Kraft gesetzt werden und die Menschen ihre wahren Gefühle und Identitäten hinter den Masken ausleben können. Von den farbenfrohen Paraden in Rio de Janeiro bis zu den traditionellen Umzügen in Venedig bietet der Karneval eine Fülle von Eindrücken und Erlebnissen, die Schriftsteller dazu inspirieren, die Vielfalt der Feierlichkeiten und das Spektakel in ihren Geschichten einzufangen.

Die Masken des Selbst

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Texte von Teilnehmer:innen

Texte aus Schreibkursen, hier: Wochenende Kreatives Schreiben

Wir danken den Autor:innen für die Genehmigung zum Abdruck der Werkstatt-Texte.

Alle Teilnehmer:innen haben zu den gleichen Inputs geschrieben, Sie können als sehen, wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen. Literatur drückt die Persönlichkeit aus – und macht deshalb einen solchen Kurs zu einem Erlebnis für alle Beteiligten.

Sie lesen Texte von Silke Engel-Boëton, Ferenc Liebig, Joachim Osterkamp und Eva Schmidtke. Bitte scrollen Sie.

Silke Engel-Boëton

lebt in Lausanne und in Berlin

kommt aus Hamburg, war/ist als Sprachlehererin tätig und schreibt: Auf Zetteln und als Tagebuchnotizen verbindet sie kurz wahrgenommene Augenblicke mit tieferen Einsichten. Oder sie schreibt ins Absurde gehende Kurzgeschichten oder Gedichte.

Weiche Nadeln mit Kiel, ein Schreibwerkzeug; ich möchte eine Schreibfeder machen. Womit schrieben die Mönche? Da war doch Avranches, das Scriptorium des Mont-Saint-Michel, schon wieder das Scriptorium in Avranches – ein Schritt zurück in die Kindheit von Thomas, als Erstgeborener zu früh ohne Mutter geblieben, hochsensibel und unverstanden. Mit 16 gewann er im Schreibwettbewerb seiner Stadt eine Reise nach Rom. Ein Befreiungsschlag.

Ich klopfe an seine Tür, verhalten, denn er sitzt gebeugt und schreibt. Ein alter Mann.

Texte von Silke Engel-Boeton

Ferenc Liebig

lebt in Potsdam

Ferenc Liebig schreibt Gedichte und Kurzgeschichten. Einiges davon findet sich in Anthologien und Literaturzeitschriften.

Ich habe Zahlen gefunden.

Ich habe die Zahlen nicht sortiert.
Das hat die Frau mit den grauen Haaren übernommen,
die ihre Weste bis obenhin geschlossen hielt.
Es ist kalt draußen, auch wenn die Sonne scheint.
Es waren zwölf gelbe Blätter, drei rote und fünf
noch an den Rändern grüne. 12, 3, 5.
Zusammengeharkt wurden sie von der Frau
der Schubkarre übergeben.
Eins davon landete in meiner Hand.
Frag mich nicht wie.
Ich konnte es zwischen meinen Fingern drehen,
die Oberfläche befühlen.
Es war feucht, sandig und obwohl es schon
länger am Boden gelegen hatte, fest, glatt,
noch nicht im Zustand der Verwesung.

Ich habe Zahlen gefunden. 12, 3, 5.
Nichts beschreibt besser meine Suche
nach Stabilität.

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Joachim Osterkamp

lebt in Kiel

Ehemals Kaufmann für Versicherungen. Im Hobby spielt er gerne Theater auf einer Laienbühne, hat auch schon einige Theaterstücke erfolgreich einstudiert. Gerne geben seine Ehefrau und er Musikkonzerte, verbunden mit Lesungen unterschiedlicher Autoren, auch selbstverfasste Geschichten, von nachdenklich bis heiter.

In einem Krankenhaus bin ich vor einigen Jahrzehnten geboren worden und ich muss feststellen, dass ich mich dabei sehr unwohl fühlte. Drei Personen erfüllten den Raum mit ihrer Anwesenheit. Der Arzt, den ich sehr unhöflich fand, hat mich nicht einmal begrüßt, sondern an den Füßen gepackt und mir eine auf den Hintern geklastert. Dafür sollte ich ihn heute noch verklagen. Natürlich meine Mama, die schweißgebadet im Bett lag und auch nicht viel sagte, und zu guter Letzt noch die Hebamme, die war sehr lieb. Die hat mich sofort in warme Deckchen gewickelt und geherzt.
Mein Papa kam später dazu; auch er sagte mir nicht gut zu. Sah sich nur meinen Kopf an und fragte: „Der Quadratschädel… Bleibt das so? Bei Joachim war das ganz anders.“ Als der geboren wurde, durfte der sofort zelten.

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Eva Schmidtke

lebt in Münster

Studiendirektorin für die Bereiche Sprache, Literatur und kreatives Schreiben. Sie leitet Schreibwerkstätten, Literaturkurse und führt Buchprojekte und Lesungen durch.

Der Pilz

Was bist Du zart, kleiner Pilz! Beinahe durchscheinend, wenn die Spitze deiner Kappe sich nicht in einem ganz hellen Braun zeigte. Dein Stiel ist so dünn, dass ich besorgt bin, du könntest deinen Schirm nicht tragen. Deinen Namen kenne ich nicht. Ob du essbar bist, ist nicht wichtig. Du bist viel zu zart und verletzlich um gegessen zu werden. Wo kommst du her, und wie konntest du Wind und Wetter trotzen?

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Schnee – Kurzgeschichte von Peter Müller

Schnee

Eine Kurzgeschichte von Peter Müller

Peter Müller ist in Ost-Berlin geboren, hat Spaß am Schreiben und Sport, hatte lange Zeit angenommen, unkaputtbar zu sein, bis ein Sportunfall die Lüge aufdeckte, und als allein Erziehender überrascht, von der Härte der Nuss und dass man immer nur einen Versuch hat.
Der Autor hat bei schreibwerk berlin Online-Kurse besucht und diese Geschichte im Schreiburlaub in Chania beendet.
(Fotos: Peter Müller)

Schnee ist eine Kurzgeschichte, die das Vater-Sohn-Verhältnis in einen schneereichen Konflikt kleidet. Sie spielt im kanadischen Winter

Eins

Draußen waren Minus 25 Grad Celsius. Harald ließ den Motor laufen, während Mike zum Diner rannte, um Kaffee zu besorgen. Hier ließen alle Leute ihre Autos laufen, selbst beim Tanken. Er war neugierig, was Mike dazu sagen würde.
Mike sagte nichts dazu, als er zurückkehrte. Hielt Harald den Becher hin, kuschelte die Schultern in das Polster der Rückenlehne und schlug die Tür zu.

„Kalt, was? Dein Parka ist ziemlich dünn.“

Mike schob die Mütze tiefer in die Stirn. Die langen, rotblonden Haare fielen ihm auf die Schultern.

„Kanadischer Winter.“

„Und wir mittendrin.“

Mike pustete in seinen Becher. Harald fuhr vom Parkplatz und aus Calgary hinaus. Die Straße war geräumt, gespritzt und glänzte. Am Straßenrand türmte sich ein bröckliges Gemisch aus Schnee und Eis zu einem Wall auf.

„Heute schlafen wir in Banff und morgen sind wir in Revelstoke. Wir haben ein Hotel direkt am Lift.“

Harald blickte hinüber. Mike sah aus dem Seitenfenster, Bart und Haare verdeckten sein Gesicht. Gib ihm Zeit, dachte Harald, wir müssen gemeinsam Zeit verbringen.
Er lächelte die Frontscheibe an, für den Fall, dass Mike zu ihm rüber schaute.

„Ich dachte, am ersten Tag erkunden wir das Gelände, probieren uns ein wenig aus. Und am nächsten Tag fahren wir querfeldein. Revelstoke ist bekannt für seine Unberührtheit, lichten Wälder und ungemachten Pisten. Letzte Woche hat es noch einmal geschneit und es soll wärmer werden.“

„Wann ist dein Geburtstag?“, fragte Mike und fummelte am Radio.

Harald schluckte, fuhr langsamer, sah auf Mikes Hände, lange Finger, die ohne Hast einen Sender suchten.

„Am Mittwoch. Also in vier Tagen.“

Harald erhöhte das Tempo, überholte einen Truck, der braunen Schneeschlamm an die Scheibe spritze.

„In Revelstoke selbst ist nicht so viel los. Aber vielleicht finden wir eine anständige Bar und wir trinken was zusammen?“

„Ah.“ Mike lehnte sich zurück, aus den Lautsprechern krachte Highway to Hell  in den Innenraum. „Gut.“

„Klar“, schrie Harald und dachte, dass es so schlecht nicht anfing.

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Worte als Schlüssel zur Freiheit

“Worte sind der Schlüssel zur Freiheit der Phantasie”: Die transformative Kraft des Schreibens und der Literatur entführt uns in eine Welt voller Kreativität und Imagination.

Die Magie des Geschichtenerzählens

Schreiben ist mehr als nur das Festhalten von Gedanken auf Papier. Es ist die Kunst, Welten zu erschaffen, Charaktere zum Leben zu erwecken und Gefühle in Worte zu fassen. Durch das Geschichtenerzählen können wir uns in die Welt anderer Menschen versetzen, ferne Orte besuchen und uns in faszinierenden Abenteuern verlieren.

Selbstausdruck und Reflexion – Worte als Schlüssel zur Freiheit

Schreiben ist auch ein Weg, sich selbst besser kennenzulernen und Gefühle zu verarbeiten. Die Freiheit, Gedanken und Emotionen aufzuschreiben, ermöglicht es uns, unsere innersten Empfindungen auszudrücken und eine tiefere Verbindung zu unserer eigenen Phantasie herzustellen. Im Online-Kurs Autobiografie – Ein Experiment befassen Sie sich mit Ihrer Biografie und schreiben über Ihr Leben. Wie Annie Ernaux, die Nobelpreisträgerin.

Gemeinschaft und Verbindung

Literatur und Geschichten haben die einzigartige Fähigkeit, Menschen zu verbinden. In Büchern und Geschichten finden wir oft Trost, Inspiration und Gemeinschaft. Die Freiheit, unsere Gedanken und Ideen zu teilen, schafft eine Brücke zwischen den Menschen und eröffnet den Dialog über die menschliche Erfahrung.

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Kreativität entfesseln: Ein Online-Kurs zur Entdeckung der eigenen Schöpferkraft

Entfesseln Sie Ihre Kreativität

Kreativität entfesseln: Die Fähigkeit, kreativ zu sein, ist eine der wertvollsten Eigenschaften des Menschen. Sie ermöglicht es uns, die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, neue Ideen zu generieren und unsere Vorstellungskraft zu nutzen, um etwas Einzigartiges zu schaffen. Wenn Sie Ihre Kreativität entfalten und Ihre kreativen Fähigkeiten erweitern möchten, dann ist unser Online-Kurs “Kreativität entfalten” genau das Richtige für Sie.

Modul 1: Mach doch einfach: Wie man seine Kreativität entfesselt

Im ersten Modul unseres Kurses konzentrieren wir uns darauf, wie Sie Ihre Kreativität entfesseln können. Wir erkunden verschiedene Methoden, um in den kreativen Flow zu gelangen und aus der Routine auszubrechen. Dabei spielen Perspektivwechsel, Visualisierung und die inspirierende Kraft von alltäglichen Dingen eine wichtige Rolle. Wir lernen, wie man Schreibimpulse nutzt, um kreative Blockaden zu überwinden, und wie automatisches Zeichnen die Kreativität anregen kann.

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Das Glück des Schreibens – von Gaby Höckner

Das Glück des Schreibens

Das Glück des Schreibens ist ein Text von Gaby Höckner, den sie zu unserem Wettbewerb eingereicht hat. Sie hat gewonnen! Herzlichen Glückwunsch.

Strandgut – das ist ein Bild von Alexandra Weidmann, die sich bei der Einsendung auf unseren Newsletter “Die Badewanne …” bezog. Wir danken den beiden Frauen sehr.

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Ist der Schachtelsatz en Woke?

Ist der Schachtelsatz en Woke?

Von der Unsicherheit im Umgang mit den Worten

Der Schachtelsatz ist nicht mehr en vogue. Dafür brauchte es noch nicht einmal die Woke-Bewegung (Aufwachen, Leute: alles ist falsch – wir ändern das!)

Thomas Mann schrieb sie noch: die Schachtelsätze. Und er erhielt im Jahr 1929 sogar den Literaturnobelpreis. Nicht nur für seine Schachtelsätze, sondern selbstverständlich auch für das, was er durch sie mitteilte: den Zerfall einer bestimmten Schicht. Gleich im dritten Absatz der Buddenbrooks lesen wir:

Die Konsulin Buddenbrook, neben ihrer Schwiegermutter auf dem geradlinigen, weiß lackierten und mit einem goldenen Löwenkopf verzierten Sofa, dessen Polster hellgelb überzogen waren, warf einen Blick auf ihren Gatten, der in einem Armsessel bei ihr saß, und kam ihrer kleinen Tochter zu Hilfe, die der Großvater am Fenster auf den Knien hielt.

Text auf politische Korrektheit lesen? 

Das würde heutzutage kein:e Lektor:in mehr durchgehen lassen. Dafür aber die Gendersprache, ob mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich. Und eine Lektorin würde den Text auf politische Korrektheit lesen – die bei dem oben zitierten Beispiel von Thomas Mann wahrscheinlich den „Löwenkopf“ träfe, der in unserer sauberen Welt kein Sofa mehr zieren soll.

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Essays aus dem Kurs

Essays aus dem Kurs “Essay schreiben: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen

Hier veröffentlichen wir Essays von Teilnehmenden des Kurses “Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen“. 

Es handelt sich dabei um sehr unterschiedliche Texte – sowohl von der Länge, als auch von Inhalt und vom Stil her. Das gerade macht die Faszination dieses Genres aus: Das Essay erlaubt es jedem und jeder Autor:in, seinen:ihren eigenen Ausdruck zu finden. Die Kursleitung hilft manchmal dabei, die Gedanken präziser zu fassen, manchmal nur bei ein paar stilistischen Hürden. Auch die anderen Teilnehmenden der Kurse geben Hinweise und Inspiration. Die Gruppe trifft sich regelmäßig per Zoom

Schauen Sie selbst – lesen Sie selbst.

Die Beispiele sind schöne Betrachtungen oder gnadenlose (auch Selbst-)Analysen, einmal auch ein bisschen polemisch. Das Spektrum des Genres ist weit – und die Lust an Themen groß. 

Die verwendeten Fotos stammen von Alex Jackman (Döcke), Jakob Braun (Lüning) und Sharon Pittaway (Schönemann) – allen vielen Dank und an Unsplash ebenso. 

Die Fotos der Autor:innen in den PDFs stammen aus deren Privatbestand

Wir freuen uns über Kommentare. 

  • Berlin

    Berlin, wie haste dir verändert

    von Thomas Christian Hild

    Thomas Christian Hild ist in Berlin geboren, lebt aber seit 25 Jahren in Aachen. dadurch hat sich seine Perspektive auf die Stadt geändert. Aber die Stadt hat sich auch selbst geändert. Eine persönliche Reflexion über eine widersprüchliche Hauptstadt. 

    Was sagt man als waschechter Berliner zum Mythos Berlin? „Dit wird im Folgenden uffjedröselt.“ Schon das Waschechte möchte ich infrage stellen. Nur weil ich gebürtig aus Berlin stamme und manchmal noch den Berliner Slang „draufhabe“, wenn ich mit echten Berlinern aus der Verwandtschaft zu tun habe, bin ich nicht mehr waschecht. Denn ich lebe seit fünfundzwanzig Jahren nicht mehr in Berlin.

    Oft geht es nicht nur sehr ruppig, sondern teilweise auch gefährlich in Berlins Bahnen & Bussen zu. Die Aggressivität wird nicht nur verbal ausgetragen, sondern es kommt nicht selten zu kleineren Rangeleien, die einen schnell dazu bewegen, den Sitzplatz vorsichtshalber zu verlassen. Das Aus- oder Umsteigen am Kottbusser Tor ist nicht minder anstrengend, da sich hier das ganze soziale Elend exponentiell steigert und zeigt. Hier stellen sich  die sozialen Zentrifugalkräfte ungeschönt und ungewollt zur Schau.

    hier können Sie den Essay als PDF-Dokument herunterladen

  • Wie wurde ich zum Rassisten

    von Wolf-Dietrich Döcke

    Wolf-Dietrich Döcke ist in der DDR geboren und war damals überzeugter Anti-Rassist. Eigentlich möchte er das auch jetzt noch sein. In dem Essay geht er auf Spurensuche, was der Systemwechsel für ihn und seine Einstellungen bewirkt hat. 

    Hätte man mich in der DDR gefragt, ob ich ein Rassist sei, hätte ich geantwortet: “Natürlich nicht. Alles, was ich denke, ist anti-rassistisch, und die DDR ist ein anti-rassistischer Staat. Ich hasse Rassismus.” Fragt man mich jetzt dazu, über 30 Jahre nach der Wende, antworte ich: “Ich hasse Rassismus, aber ich habe selbst diskriminierende Denkweisen. Wie konnte es dazu kommen?”

    Ich möchte in dem Text die Frage bearbeiten, wie es kommt, dass diskriminierende Denkweisen in meinem Kopf Fuß fassen konnten. Niemand wird damit geboren, ich wurde nicht so erzogen, und ich kämpfe dagegen an. Dennoch. Darüber hinaus werde ich auch von mir beobachtete Diskriminierung beschreiben, die ich mir nicht zu Eigen gemacht habe. 

    hier können Sie den Essay als PDF-Dokument herunterladen

  • Über flüchtige Begegnungen

    Über flüchtige Begegnungen

    von Kerstin Lünung

    Kerstin Lüning hat ein Faible für das Schreiben – und für die kleinen Dinge des Lebens, wie hier die “flüchtigen Begegnungen”. Welch großartige Gedanken aus einem Blick von Zug zu Zug entstehen können, lesen Sie in ihrem Essay. 

    Als ich vor Jahren auf einem zugigen Bahnsteig wartete, fuhr am gegenüberliegenden Gleis ein Zug ein. Ein junger Mann öffnete ein Fenster – das war damals noch möglich – und schaute zu mir herüber. Unsere Blicke trafen sich flüchtig. Ich wendete mich ab und sah vorbeieilenden Passanten hinterher. … Mit dem Pfiff des Schaffners setzte sich der Zug in Bewegung. Ich winkte meinem Gegenüber zu und der Zug verließ ratternd den Bahnhof.

    Von Zeit zu Zeit kehre ich in Gedanken zu dieser Begegnung zurück, sie ist mir fest im Gedächtnis geblieben. Man könnte sagen, na und, was war das schon, ein kurzer Moment, nichts Bedeutendes. Indem ich mich oft und gern daran erinnere, bekommt diese kurze Begegnung eine persönliche Bedeutung …

    hier können Sie den Essay als PDF-Dokument herunterladen

  • Unzeitgemäße Gedanken zum Diskriminierungsdiskurs

    von Andreas Schönemann

    Andreas Schönemann ist Headhunter und wird nach seiner Weiterbildung demnächst eine philosophische Praxis eröffnen. In seinem Essay widmet er sich der Opferhaltung im Diskriminierungsdiskurs und bietet Stoff für hitzige Diskussionen. 

    Vorurteile zu haben ist […] nichts Neues. Auch innerhalb Deutschlands gibt es (Vor-)Urteile über die unterschiedlichen typischen Eigenschaften der einzelnen Regionen: [..] Bayern sind stur und Sachsen renitent. Apropos Sachsen:

    Als gebürtiger Sachse hätte ich also mit Sicherheit einige Gründe, mich mehrfach diskriminiert zu fühlen, denn ich bin Deutscher mit Migrationshintergrund DDR, der sich nach beruflich bedingtem Umzug nach Oberbayern seinen sächsischen Dialekt mit dem Diktiergerät im Auto abtrainiert hat, um wahrscheinliche und unangenehme Diskriminierungserfahrungen zu vermeiden. […] 

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