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Prokrastinieren

Prokrastinieren – wie geht das?

Prokrastinieren – positiv gesehen

In crastinum (lat.) bedeutet: der morgige Tag. Procrastinare (oder auf Deutsch: prokrastinieren) meint also so viel wie: auf Morgen verschieben. Alle, die kreativ arbeiten, wissen, wie das Verschieben auf den nächsten Morgen und den übernächsten usw. funktioniert. Und wir alle kennen das schlechte Gewissen, das damit einher geht.

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Warum ist der Krimi so beliebt

Warum sind Krimis so beliebt?

Der Krimi ist ein Gefäß

Der Krimi ist ein Gefäß, wir werfen alles rein, was uns gefällt. Und auch das, was uns nicht gefällt. Die Bücher (und Filme) wimmeln nur so von Ängsten und Hoffnungen, Intrigen, Entführungen, Verschwörungen, Mord, Totschlag, Hass.  Auf der anderen Seite schimmern die Liebe, das Kulinarische, die Regionen mit ihren Landschaften und Mentalitäten und vor allem: die Gerechtigkeit.

Das Genre nimmt und: stirbt nicht

Das Genre nimmt und: stirbt nicht. Totgesagt war es schon von Anfang an, als es „nur“ als Buch daherkam. Nicht ernst zu nehmen von der Kritik. Bis auf ein paar Ausnahmen natürlich: Dashiell Hammett, Edgar Allan Poe, Arthur Conan Doyle (das ist der mit Sherlock Holmes), Agatha Christie, Patricia Highsmith …

Warum nur?, fragen sich verzweifelt die echten LiteratInnen, die echten LiteraturwissenschaftlerInnen, warum nur ist dieses Genre so ungemein beliebt?

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Legokiste

Die Legokiste – eine Geschichte von Oliver Wolf

Die Legokiste von Oliver Wolf erinnert an die überbordende Fantasie des Kindes. Und an den Flow, der die Umwelt vergessen lässt. Oliver Wolf lebt mit seiner Familie in Sevilla. Der Text ist im Online-Kurs Kreatives Schreiben entstanden.

Die Legokiste

Wir haben in unserer Wohnung im Flur eine Schrankwand, selbst montiert von meinem Vater. Darin steht unten links, etwas versteckt, eine Holzkiste, die Legokiste – helles Holz, mit kitschiger Brandmalerei – voller Legosteine. Also, es sind keine echten Legosteine, sondern eine Variante aus Weichplastik, von einer wässrigen, weissen Farbe. Die Dinger fühlen sich seltsam an, und auch zwischen den Zähnen haben sie einen merkwürdigen Widerstand. Ein paar echte Hartplastiklegosteine finden sind dazwischen, sogar eine komplette Legoeisenbahn mit Legoschienen. Aber die weiche und die harte Sorte passen nicht richtig zusammen.

Diese Kiste ist meine Schatztruhe

Diese Kiste ist meine Schatztruhe. Es gibt hier keinen Bauplan, wie bei modernen Lego-Bausätzen. Es ist einfach ein wildes Durcheinander von Steinen verschiedenster Grösse und Form: pure Anarchie. Aus den Steinen lasse ich die unwahrscheinlichsten Gebilde entstehen. Raumschiffe, Häuser, Unterseeboote, alles! Und niemand redet mir rein! Meistens baue ich einfach krudes Zeug zusammen, meine Fantasie ist da ziemlich flexibel  – am Anfang plane ich vielleicht, ein Pferd zu bauen, und am Schluss wird irgendwie ein Hubschrauber daraus.

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Himbeerernte

Himbeerernte – eine Story von Antje Roß

Himbeerernte

Himbeerernte: Eine Kurzgeschichte von Antje Roß aus dem Online-Kurs Kreatives Schreiben

Antje Roß wohnt in Berlin und liebt den Wortwitz. Für eine gelungene Pointe gibt sie sogar den Nachtisch her.

Trotz der frühen Stunde

An jenem Morgen, einem Dienstag im Juli, zirpten die Grillen besonders laut. Welch ein Glück, dass Gisbert aufgrund des warmen, trockenen Wetters bei offenem Fenster geschlafen hatte.
Geweckt durch den schrillen Insektengesang, setzte er sich ruckartig im Bett auf und schaute auf die Uhr. 05:17 leuchtete es neongrün von der Digitalanzeige seines Radioweckers. Für gewöhnlich wurde er erst Punkt halb sieben durch den Alarm wach. Trotz der frühen Stunde und obwohl er bis nach Mitternacht beim Online-Spiel versackt war, fühlten sich weder Augen noch Körper noch Geist müde an. Das Zirpen schien lauter, intensiver zu werden. Gisbert war, als wollten ihm die Tiere eine Botschaft übermitteln. Er konnte deren Inhalt nicht klar deuten, aber es schwang eine Ankündigung darin, dass dieser Dienstag im Juli kein gewöhnlicher werden würde. Gisbert fühlte ein verheißungsvolles Kitzeln im Bauch und wunderte sich sehr darüber, denn eigentlich war er kein Fan von Experimenten und Überraschungen. Dieses Mal musste er das Abenteuer suchen, das da draußen auf ihn wartete.

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Geruch

Der Geruch – eine Story von Rebekka Bode

Der Geruch
Story von Rebekka Bode

„Der Geruch“ ist im Online-Kurs Kreatives Schreiben entstanden.
Die Deutsch-Amerikanerin Rebekka Bode wohnt mit ihrer Familie im Berliner Prenzlauer Berg und arbeitet als Architektin.

Ich kann den Ursprung des fauligen Geruchs einfach nicht finden. Zunächst war er nur in der Küche. Jens hatte mit mir am Freitagabend Schluss gemacht, am Samstag seine Sachen gepackt und war am Sonntag mit einem sicherlich schon vor Wochen beauftragten Umzugsunternehmer ausgezogen. Als ich am Abend plötzlich allein am Küchentisch saß und mich zwang, eine Dosensuppe zu essen, bemerkte ich den Geruch. Zunächst dachte ich, es sei die Spargelcremesuppe. Ich fischte die Dose aus dem Mülleimer und überprüfte, ob sie schon abgelaufen war. Wir hatten sie als Reservesuppe hinten im Regal stehen und ihr Deckel war schon ganz verstaubt. Doch nach dem Verfallsdatum war sie noch ein halbes Jahr lang essbar. Ich schüttete den Rest trotzdem in den Abfluss und ließ noch lange heißes Wasser nachlaufen. Die sämige Pampe sollte nicht im Siphon steckenbleiben.

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Kaleidoskop des Schweigens

Kaleidoskop des Schweigens: Neuer Roman von Ursula Sinemus

Ursula Sinemus: Kaleidoskop des Schweigens

 

Der neue Roman von Ursula Sinemus ist da! Kaleidoskop

Lina kommt für ein Studienjahr aus den USA nach Deutschland, wo sie zum ersten Mal ihrer Oma Lotte begegnet. Die beiden Frauen beginnen, die Familiengeschichte zu schreiben. Lotte hat viel verschwiegen in ihrem Leben, eine Forke spielt eine Rolle, ein Schweinestall und eine quiekende männliche Sau. Auch ihre Tochter Eva schweigt: über ihre Rolle im Terrorismus und in der Familie. Und Linas Mutter hat sich in die USA abgesetzt. Wird es Lina gelingen, das Knäuel zu entwirren? Wird sie die Frauen zusammenbringen? Schließlich geht es mit Riesenschritten auf Lottes 90.Geburtstag zu … Ein Roman über vier Frauen, vier Generationen und ein Jahrhundert.

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Schreibtisch mit Aussicht

Das große Ich: Die Frauen und das Schreiben

Schreibtisch mit Aussicht: Die Frauen und das Schreiben

Was bedeutet das Schreiben für Frauen?

Der Band „Schreibtisch mit Aussicht“ versammelt Essays von Autorinnen unterschiedlicher Generationen (von Joan Didion, geb. 1934, bis zu Olivia Sudjic, geb. 1988). Ausgehend von Joan Didions berühmtem Essay „Why I write“ thematisieren sie die das große „I“ (Ich), das das Schreiben bedeutet. Didion hat den Titel von George Orwell ausgeliehen und bringt das Schreiben auf die Formel:

In vieler Hinsicht ist das Schreiben der Akt, ich zu sagen“.

Dieser z.T. „aggressive Akt“ der Selbstbehauptung erweist sich für Frauen als mühsam – und vor allem für solche mit Kindern. Buggys, Windeln, Tränen abwischen, Rotz, der aus der Nase läuft … machen den Plan des Einsam-am-Schreibtisch-Sitzens oft einen Strich durch die Rechnung, so dass das Schreiben oft an einem anderen Ort stattfinden muss.

„Seit ich ein Kind habe, kann ich also überall schreiben (in Cafés, an fremden Tischen, abends im Bett, zwischen zwei Terminen). Aber nicht, weil ich das will, sondern weil es nicht anders geht“,

berichtet Antonia Baum, und führt aus, was fast noch schlimmer ist:

„Aber selbst – und das ist das Entscheidende – … bleibt man als Schriftstellerin doch auf den weiblichen Körper zurückgeworfen, weil er ein durch den männlichen Blick fetischiertes Objekt ist, das sich im Akt des Schreibens vermeintlich exponiert.“

Zimmer mit Aussicht“, auf den der Titel anspielt, war ein besonderer Film, heiter, unbeschwert, ein Film, der Freiheit, Leichtigkeit, Liebe und die Überwindung von Klassenschranken assoziierte. Vielleicht war das der Wunsch von Ilka Piepgras, der Herausgeberin der Anthologie „Schreibtisch mit Aussicht“: dem Gefühl der Freiheit beim Schreiben einen Platz zu geben? Auf jeden Fall wollte sie „das klischeehafte Bild der zeitgenössischen Schriftstellerin“ brechen und „ihre Kunst als das zeigen, was sie tatsächlich ist: harte Arbeit.“

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Weihnachten

Überraschung an Weihnachten – Ein Märchen von Ursula Cole

Ursula Coles „Überraschung an Weihnachten“ ist einfach so entstanden. Ursula hat am Corona-Tagebuch teilgenommen und schreibt seither mehr. Sie lebt auf Kreta, kommt aus der Schweiz und hat lange Zeit in England verbracht.

Überraschung an Weihnachten – Ein Märchen   

Es ist der 24. Dezember, Weihnachten. Ich bin mit meiner ständigen Begleiterin, meiner Hündin Athene, alleine zuhause. Vor vielen Jahren habe ich das Thema ‘Weihnachten’ zur Seite gelegt, mich sozusagen von Weihnachten verabschiedet. Ich will nichts mehr damit zu tun haben, denn der ganze Kommerz geht mir unglaublich auf den Wecker. Zudem glaube ich schon lange nicht mehr an den Weihnachtsmann oder an das Christkind. Trotzdem befällt mich jetzt ein immenses Verlassenheitsgefühl, denn alle anderen, die ich kenne, sind mit fieberhaftem Vorbereiten für den Weihnachtsabend beschäftigt. Ich schaue dem Treiben mit einer gewissen Herablassung zu und verweigere weiter die Teilnahme.

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