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Nachrichten

Was machen die Nachrichten mit uns? Und mit unseren Geschichten?

Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten?

Was macht das alles mit uns? Die Nachrichten sind schlecht. Klar, only bad news are good news, diese Wahrheit – verbunden mit sex sells – machen die mediale Wirklichkeit aus. Damit möchte ich nicht sagen, dass die Probleme nicht existieren. Es gibt ihn, den Krieg, es gibt ihn, den Klimawandel – um nur die drängendsten Probleme zu nennen. Und es gibt leider, leider auch die Rechtsextremen, die neuerdings in Weißhemden demonstrieren, um so ihre reine Weste zu zeigen. Es gibt … und schon bin ich drin in der bad-news-Schleife, es fällt mir nichts Gutes ein.

Ich habe mir eine Nachrichtenökonomie verordnet. Nur noch einmal täglich, und sicher nicht vorm Schlafengehen. Da schaue ich dann in die Welt, die sowieso ihrem Untergang geweiht scheint, und habe gar nicht mehr die Kraft, um so viele Schicksale zu weinen, um die zu trauern, die gerade im Bombenhagel oder im Mittelmeer ihr Leben geben. Es geht nicht. Ich bin ohnmächtig und habe gar nicht so viel Mit-Leid in mir, um all das, was mir nachrechtlich angeboten wird, angemessen seelisch zu verarbeiten. Ich sitze also vor dem Gerät, ob das der Computer ist oder der Fernseher oder das Handy, ist dabei egal, die negativen Botschaften lauten immer und überall gleich.

Vielleicht ist es wirklich so (aber viele widersprechen), dass wir in einer Zeit leben, in der das Negative überwiegt. Vielleicht ist es aber auch nur ein mediengemachter Eindruck – denn die vielen Kanäle Programme und Internetplattformen müssen verkaufen: Sie schreien, sie machen auf sich aufmerksam: mit den schlechtesten der bad news. diese passen auf uns ein und vermiesen uns die Laune.

Wie so vielen. Denn damit bin ich sicher nicht allein. Zum Glück bin ich schon etwas älter – aber stellen wir uns mal jemanden vor, der vor zwanzig oder dreißig Jahren geboren ist – diese jungen Leute sind mit den schlechten Nachrichten aufgewachsen, die stündlich, viertelstündlich und jederzeit abrufbar die Laune vermiesen. Hinzu kam noch Corona, das weltweit die psychischen Krankheiten um 25 Prozent zunehmen ließ, wie die WHO berichtet.

Was macht das alles mit uns? Und mit unseren Geschichten?

Vor kurzem hat die Universität Leipzig eine Studie veröffentlicht, die feststellte, dass das Artensterben nicht nur in der Natur, sondern auch in der Literatur stattfindet. Es gibt sicher zwei Strömungen: die Eskapismus – Literatur, als TV-Film im ZDF am Sonntagabend – und die Problematisieren – z.B. in all den Sachbüchern, die wie die Nachrichten das baldige Ende der Welt prophezeien.

Gibt es einen Weg dazwischen?

Dabei müssen wir doch leben

Dabei müssen wir doch leben – und auch die schönen Seiten des Lebens sehen. Vor allem junge Menschen sollten ihre Hoffnungen realisieren, ihre Träume erst nehmen, mit Schwung in ihre Zukunft blicken. Sie sollen doch Familien gründen, Berufe finden, die sie über lange Strecken ernähren, sie haben noch so viel vor sich.

Angesichts all des Schreckens hilft nur noch die zeitweise Verdrängung. Und das aktive Handeln – wenn man z.B. Flüchtlinge aufnehmen kann, oder ihnen sonst wie zu Diensten sein: nur zu. Helfen hilft.

Jemanden zu helfen, hilft nicht nur dem Bedürftigen, sondern auch uns selbst. Wir fühlen uns besser, wir fühlen uns nützlich.

Schreiben hilft

Es ist also eine Aufgabe unserer Zeit, sich den Zeitströmungen zu entziehen, zumindest zeitweise. Damit wir Kraft schöpfen, Energie tanken, Freude erleben können – denn das ist doch die Grundlage dafür, weiterzumachen. Menschen wie Vladimir Putin kämpfen gegen das Schöne, Gute und Wahre. Im allgemeinen und im besonderen. Deshalb, und nicht nur deshalb, sollten wir auch mit dem Schönen, Guten und Wahren dagegen angehen, ihm und seinesgleichen antworten: Nicht mit uns! Nicht mit mir.

Ich schreibe dagegen an. Schreibe mir Mut an, Freude hinterher, erlebe Schönes während des Schreibens. Und noch schöner: ich vergesse die Welt um mich herum und tauche ein in die Welt der Fantasie. Welch ein Glück!

Muße hilft

Genauso zerhackt wie der Tagesablauf durch die Nachrichten, ist auch unsere persönliche Zeit – nur minutenweise kommen wir – wenn überhaupt – zur Ruhe, denn wir haben viele Termine und Verpflichtungen. Aber auch darauf müssen wir achten: dass wir uns die zerhackte Zeit wieder zusammensetzen. Stückweise. Zum Beispiel durch das Schreiben.

Das Schreiben ordnet die Gedanken und macht Platz für Neues. Durch den Akt des Schreibens kommen wir “zu uns”, wir fühlen uns wieder als komplette und (zumindest zeitweise) intakte Menschen. Wir finden so einen Weg durch den Schlamassel und können uns reinigen. Indem wir z.B. einfach aufschreiben, was wir nicht aushalten können. Indem wir den Figuren Optimismus schenken, den wir momentan vielleicht nicht sehen. Oder indem wir eine Geschichte erfinden, in der die Welt ihre eigenen Auswege findet.

Ein kleiner Wettbewerb – Optimismus schreiben

Wir rufen Sie dazu auf, bis zum 20. Juli eine Geschichte von bis zu fünf Normseiten zu schreiben (8000 Zeichen) – in der jemand einen Ausweg findet. Dabei meinen wir nicht, dass die Person den Kopf in den Sand steckt, sondern das Schöne entdeckt. Wo auch immer. In den Bergen, am Meer, in einer Stadt – ein bisschen Sommer darf dabei sein, ein bisschen Liebe, wenn Sie denn mögen. Wir geben Ihnen keinen Inhalt und auch keine Form vor. Schreiben Sie – sich frei!

Sie können selbstverständlich auch etwas gewinnen:

1 Präsenzseminar in Potsdam / 1 Live-Seminar nach Wahl / eine Coaching-Stunde von schreibwerk berlin für einen Ihrer Texte im Wert von 70 Euro. 

Schicken Sie bis zum 20. Juli Ihre Story / Ihren Essay – nicht mehr als 8000 Zeichen – an: info@schreibwerk-berlin.de Stichwort: Wettbewerb good news.