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Biographie schreiben

Biographie schreiben – wie geht das?

Kann man eine Biographie schreiben lernen? Wir sagen: Ja.  Ganz einfach! Unsere konkreten Fragen und Aufgaben leiten Sie dazu an – und wir begleiten Sie dabei. Sie bestimmen die wichtigen Stationen und Wendepunkte Ihres Lebens. Den Menschen und Ereignissen verleihen Sie Tiefe und einen Entwicklungsspielraum. Eine Handlung entsteht – wie bei einem Roman. Und Sie lernen, Szenen und Beschreibungen präzise zu formulieren.

Das Besondere daran: Sie schreiben erst einmal von sich selbst in der 3. Person. Gleichzeitig binden Sie historische Ereignisse in Ihre Biographie ein. So sehen Sie Ihr vermeintlich nur individuelles Schicksal in einem größeren Rahmen. Und: Sie lernen sich neu kennen. Der Kurs „Autobiographie: ein Experiment“ lehnt sich an Annie Ernaux’ Werk an. Aber Sie brauchen nicht ganz so streng “fremd” mit sich zu sein wie die französische Autorin. Wenn Sie Ihre Biographie schreiben wollen, so ist der Kurs für Sie sicher horizonterweiternd. Sie starten mit kurzen Texten und gelangen zu einer ausführlichen Biographie.

Im Online-Kurs Autobiografie – Ein Experiment greifen Sie in die Schatzkiste Ihres Lebens. Sie erzählen es aber darüber hinaus als repräsentativ. Für die Zeit und das Milieu der jeweiligen Kultur.

Es geht also nicht nur um ein Memoir, sondern auch um die Beschreibung einer bestimmte Epoche. Wenn Sie so Ihre Biographie schreiben, machen Sie zugleich einen Erkenntnisprozess durch. Sie werden viele Dinge, die wir als eigene oder fremde Schuld oder persönliches Schicksal ansehen, in einem anderen Licht erkennen. Das ist ein Unterschied zur rein autobiographischen Vorgehensweise. Und auch eine Arbeit zur Selbsterkenntnis.

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Spiel mit der Form

Sie erhalten darüber hinaus eine formale Freiheit. Denn Sie entscheiden, welche der gezeigten Methoden und Verfahren zu Ihrem Projekt am besten passen. Im Verlauf des Kurses gibt es Beispiele weiterer biographischer Genres. Sie nutzen vielleicht Fragmente, Fotos, Zeichnungen, Skizzen und Erinnerungsschnipsel als Spiel mit der Form. So erhalten Sie eine Auswahl an Möglichkeiten, wie Sie Ihre Biographie schreiben können. Das macht Spaß und ist nicht nur experimentell, sondern ein Spiel. Sie erhalten dadurch einen befreiten Zugriff auf das, was Sie bisher als festgelegt ansahen.

Durch die unterschiedlichen biographischen Methoden gelangen Sie zu einem größeren Verständnis Ihres eigenen Erlebens. Denn das ist auch immer soziologisch, kulturell und politisch determiniert. Das Individuelle ergibt sich aus dem Charakter und den persönlichen Entscheidungen der Hauptfigur. So entsteht ein Mix aus individuellen Situationen und allgemeinen Bedingungen. Dies macht den Reiz dieses Experiments aus.

Wie beginnen Sie Ihre Biographie?

Sie entscheiden, welche der gezeigten Methoden und Verfahren zu Ihrem Projekt am besten passen. Im Verlauf des Kurses gibt es Beispiele weiterer biographischer Genres. Sie nutzen vielleicht Fragmente, Fotos, Zeichnungen, Skizzen und Erinnerungsschnipsel als Spiel mit der Form. So erhalten Sie eine Auswahl an Möglichkeiten, wie Sie Ihre Biographie schreiben können. Das macht Spaß und ist nicht nur experimentell, sondern ein Spiel. Sie erhalten dadurch einen befreiten Zugriff auf das, was Sie bisher als festgelegt ansahen.

Durch die unterschiedlichen biographischen Methoden gelangen Sie zu einem größeren Verständnis Ihres eigenen Erlebens. Denn das ist auch immer soziologisch, kulturell und politisch determiniert. Das Individuelle ergibt sich aus dem Charakter und den persönlichen Entscheidungen der Hauptfigur. So entsteht ein Mix aus individuellen Situationen und allgemeinen Bedingungen. Dies macht den Reiz dieses Experiments aus.

Egal welche Form der Biographie Sie schreiben wollen: Immer stehen Sie zunächst vor einem Chaos. Was aus dem gelebten Leben sollen Sie auswählen, was ist wichtig, was nicht? Können, wie Michel Foucault fragte, nicht auch ganz unbedeutend scheinende Biographien Literatur, also ein Kunstwerk werden? Wir sagen: Ja, das können sie.

Aus diesem Chaos geleiten wir Sie zu einer Struktur. Diese orientiert sich an der Chronologie, an Themen, an wichtigen Situationen/Wendepunkten Ihres Lebens. 

Falls Ihnen manche Situationen auch in der Erinnerung zu schwer erscheinen, um sie aufzuschreiben: Dafür gibt es Verfahren, wie Sie eine größere Distanz aufbauen können. Diese zeigen wir Ihnen. Sie können – wenn Sie zu einer “Autofiktion” gelangen wollen, manche Situationen auch einfach verändern. Indem Sie aus der Perspektive eines anderen Beteiligten schreiben oder indem Sie negative Gefühle in positive umwandeln. 

Zunächst aber sammeln Sie: Materialien, die Sie noch besitzen wie Eintrittskarten zu Ausstellungen, die Ihnen möglicherweise den Blick geweitet haben. Kleidungsstücke, auch wenn Sie sich nicht mehr besitzen, als Erinnerungshilfen. Ideen, die für Sie wichtig waren – wir haben ja das große weite WWW, da ist die Recherche – auch die Bildrecherche – recht einfach. 

Sie beschreiben möglicherweise die Familienkutsche, die Ihr Vater stolz chauffierte. Oder Sie erinnern sich an das Kleid Ihres ersten Balls, in dem Sie sich leicht und frei bewegen. 

Nach der Materialsammlung leiten wir Sie an, den Plan für Ihre Biographie immer wieder zu überarbeiten; und wir bringen Sie zu Szenen und längeren Erzähleinheiten. 

Am Ende haben Sie einen Fahrplan, wie Sie allein weiterschreiben können. Sollten Sie dann noch ein Lektorat oder ein Coaching wünschen, sind wir dafür gerne für Sie da.

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Die Suche nach dem eigenen Selbst in verschiedenen Phasen des Lebens

Sie wollen Ihre Biographie schreiben – oder die eines anderen Menschen. Sie wollen darüber hinaus aber ein Porträt der Zeit, in der sich dieses Leben abspielt – abgespielt hat – verfassen, ja, diesen Aspekt an einigen Stellen des Textes sogar überwiegen lassen? Das können Sie bei uns machen. Wir helfen Ihnen und kommentieren jeden Text.

Egal welche Form der (Auto)Biographie Sie schreiben wollen: Immer stehen Sie zunächst vor einem Chaos: Was aus dem gelebten Leben (das Sie selbst erlebt oder durch Erzählungen erfahren haben) sollen Sie auswählen, was ist wichtig, was nicht?

Annie Ernaux zeigt beispielhaft, wie ein quasi “normales” Leben zum Ausgangspunkt für ein komplettes Lebenswerk werden kann. Alle ihre Bücher gehen von ihren eigenen Erfahrungen bzw. jenen der Eltern aus und entspannen daraus jeweils das Bild einer Epoche.

Wenn Sie Ihre Biographie schreiben, begeben Sie sich auf die Suche nach dem eigenen Selbst in unterschiedlichen Phasen des Lebens. Sie fügen die durch die Zeit auseinandergerissene Stücke zu einem Sinn zusammen.

Nach dem Beispiel von Annie Ernaux („Die Jahre“, „Porträt eines Mädchens“, „Der Platz“ etc.) greifen Sie in die Schatzkiste des ausgewählten Lebens; Sie erzählen es aber darüber hinaus als repräsentativ für die Zeit und das Milieu der jeweiligen Kultur. Dazu befähigen Sie die Mittel der Distanzierung, die auch eine Rolle spielen.

Sie nutzen die Stationen des von Ihnen gewählten Lebensweges (oder des Ausschnittes davon), um eine bestimmte Epoche und zugleich ein Leben zu beschreiben. Das ist ein Unterschied zur rein autobiographischen Vorgehensweise.

Durch die von Annie Ernaux beispielhaft demonstrierte Methode gelangen Sie zu einem größeren Abstand zur ausgewählten Hauptfigur der Biographie und zu einem größeren Verständnis Ihres eigenen Erlebens. Denn das ist auch immer soziologisch, kulturell und politisch determiniert. Das Individuelle ergibt sich aus den biographischen Daten der Hauptfigur und ihren persönlichen Entscheidungen. So ergibt sich ein Mix aus individuellen Situationen/Entscheidungen/Szenen und allgemeinen (soziologischen, politischen, kulturellen) Bedingungen. Dies macht den Reiz dieses Experiments aus.

Solch andersartigen Vorgehensweisen beschäftigen sich außer mit den Lebensdaten auch mit Fragen wie: Wie waren die Menschen angezogen, wie feierten sie Feste, wie begingen sie den Jahresrhythmus, welche Ideologie beherrschte die Köpfe, welche neuen Utopien ließen die Menschen träumen, wonach strebten sie, wie wuschen sie sich, wie erzogen sie die Kinder?

Offenbar ist die Zeit gekommen, in der das weibliche Narrativ, der weibliche Blick auf die Gesellschaft und das eigene Leben, relevant wird. Das bedeutet aber keineswegs, dass es bei dieser Vorgehensweise nur um weibliche Lebenslaufe gehen kann – wie Ernaux selbst am Beispiel ihres Vaters mit „Der Platz“ beweist. Das Genre ist neuartig und für alle möglichen Geschlechter und Lebensläufe geeignet.

Der schwierige Umgang mit sich selbst

Viele von Ihnen mögen ein etwas grummelndes Gefühl in der Magengegend haben, wenn es darum geht, eine Biographie zu schreiben.

Es handelt sich darum, über das eigene Leben zu schreiben. Momente zu inszenieren und zu erinnern, in denen sich etwas gedreht, etwas verändert hat, um Momente, die sich eingeschrieben haben in das „Narrativ des eigenen Ich“. Denn, es kann durchaus weh tun, in der eigenen Vergangenheit herum zu „stochern“. Längst überwunden geglaubte Verletzungen können wieder aufbrechen, als Leid, als Schmerz, als Wut, als Gefühl der Ohnmacht: Sollten Sie an einen solchen Moment beim Schreiben gelangen, nehmen Sie sich bitte die Zeit, die Sie brauchen, um darüber zu schreiben.

Lassen Sie einen ersten Text erst einmal liegen, machen Sie Entspannungsübungen, gehen Sie spazieren, beschäftigen Sie sich mit etwas anderem und arbeiten Sie erst am nächsten Tag wieder daran. Wenden Sie dabei die Verfahren zur Distanzierung an, die ich weiter unten erläutere. Sollte es Ihnen dennoch zu schwer fallen, dann machen Sie ruhig länger Pause und steigen erst wieder ein, wenn Sie sich für die Arbeit gewappnet fühlen.

Wenn Sie die eigene Biographie schreiben, sollten Sie das eigene Leben als „Material“ ansehen. Dafür benötigen Sie einen „kühlen Blick“. Sie versuchen, durch Verfahren der Distanzierung sich selbst in einer bestimmten historischen Situation und durch den Rückblick besser zu verstehen. Dabei geht es auch um Beziehungen wie die zu den Eltern oder zu PartnerInnen, aber als Ausdruck bestimmter Systeme oder Muster, in denen auch Macht eine Rolle spielt, also (auch) um die gesellschaftlichen Verhältnisse und das kollektive Gedächtnis. Die eigenen Erfahrungen versuchen Sie mit den Prägungen Ihrer Generation zu verzahnen und uns selbst als Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung (oder Stagnation) zu sehen. Wir kehren ab vom bei Biographien überwiegend herrschenden Individualismus und wenden uns einer Mischung des Individuellen mit dem Kollektiven zu. Das ist das, was Annie Ernaux uns (nicht nur) mit „Die Jahre“ und ihren anderen Werken vormacht.

Ganz konkret bedeutet das „eigene Material“ alles, was Sie notiert haben: Tagebücher, Fotografien, Skizzen, andere Erinnerungsdinge wie Metrotickets, Hotelrechnungen, Souvenirs, Hits …, auch Ihre Musiksammlung kann eine Fundgrube für Ihre Erinnerung sein; Bücher, die Sie (bzw. Ihre ausgewählte Hauptfigur) geprägt haben etc.. Legen Sie eine Sammlung all Ihrer Materialien zurecht oder zumindest in Reichweite, damit Sie jederzeit darauf zugreifen können. Alternativ oder ergänzend können Sie Interviews mit beteiligten Personen führen, die die zu beschreibende Zeitspannen mit erlebt oder geprägt haben.

Struktur des Kurses

Vier Module – vier große Texte und viele kleine

Die vier Module des Kurses haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte. In jedem Modul erhalten Sie die Möglichkeit, einen längeren Text aus einer in Modul 1 von Ihnen festgelegten Zeitspanne zu schreiben.

Modul 1 zeigt Ihnen die Methoden der Distanzierung zu sich selbst (bzw. der ausgewählten Hauptfigur). Für jede Textform gibt es Anleitung und Beispiele.

Der Kurs beschäftigt sich außerdem damit, wie die Erinnerung in Gang kommt, was sie „triggert“. Nachdem Sie die vier Zeitspannen ausgewählt haben, mit denen Sie sich dominant befassen möchten, erleben Sie die Kraft Ihrer eigenen Erinnerungs“schnipsel“. Auch nutzen Sie Fotos, um sich der Hauptperson (die Sie mal waren), zu nähern.  Damit startet Ihre Abenteuer: eine Biographie schreiben.

Modul 2 bindet den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext  in Ihren Plan ein. Sie überlegen, welche Zeitphänomene Ihr Leben besonders beeinflusst haben. Darüber hinaus erfahren Sie, wie wichtig Wahrnehmungen für gelungene Texte sind. Sie wählen ein paar davon für Ihre Biographie aus. Und schreiben entsprechende Texte.

Lebensthemen für das Biographie-Schreiben

Modul 3 kümmert sich um die Themen, die für Ihr Projekt wichtig sind. Oft haben prägen wiederkehrende Themen in Variation unser Leben. So können das die Stellung und die Möglichkeit einer Frau sein. Es kann sich aber auch um die Frage handeln, wie man sich in bestimmten Beziehungen verhält. Und wieso immer wieder dieselben Probleme auftreten. Am Ende werden Sie manchmal über sich – und die beschriebene Situation – herzhaft lachen. Mittels  „Erinnerungsfetzen“ beschreiben Sie Bilder, kurze Szenen, Wahrnehmungen … und legen damit jeweils eine Spur zu einem längeren Text.

In Modul 4 bestimmen Sie die Struktur des Gesamtprojekts, den Plot. Sie bestimmen nun, ob sie fragmentarisch oder eine weiter ausholende Biographie schreiben wollen. Auch, ob als Collage oder als Bild einer gesamten Epoche.

Sie verlassen den Kurs mit einem genauen Plan. Und der Kenntnis der Methoden für Ihre Biographie. Sie wissen nun auch, wie Sie am besten Ihre Biographie schreiben können. Dafür legt der Kurs die Grundlage. Die Erfahrung zeigt, dass die Teilnehmer*innen 50 bis 80 Seiten verfassen. Dann ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zur kompletten Biographie.

Wenn Sie dafür Bedarf an Coaching haben, sind wir gerne für Sie da.

Übungen für das biographische Schreiben

DIE ZEITACHSE

Wählen Sie aus dem Leben, das Sie erzählen wollen, vier Hauptzeitspannen. Üblicherweise werden Sie mit der Kindheit beginnen, aber Sie können auch, wenn Ihnen das leichter erscheint, mit einer anderen Zeitspanne beginnen. Schreiben Sie zu jeder dieser Zeitachsen ein paar sie definierende Sätze.

DIE ERINNERUNG FÜR DAS BIOGRAPHISCHE SCHREIBEN TRIGGERN

Begeben Sie sich auf die Suche nach „verschwundenen Dingen“, um sie für die Nachwelt zu bewahren. Die persönlichen und/oder im kollektiven Gedächtnis gespeicherten “Dinge” sind es, die unsere Erinnerung anfeuern. Sie werden das merken, wenn Sie damit arbeiten.

Diese erinnerungsstärkende Kraft “entfachen” Sie anhand persönlicher „Erinnerungsstücke“; also durch Fotos, Filme, Kleidungsstücke, persönlicher Gegenstände (Souvenirs), Skizzen. Durch Räume ebenso wie Gegenden oder Landschaften.

Greifen Sie auf all das Material zurück, das Ihnen gerade so “zwischen die Finger” kommt.

Spielen Sie mit dem Material, das Ihr Leben Ihnen bietet!

DIE ZAUBERFORMEL: ICH ERINNERE MICH … AN

Und schreiben Sie konkret auf, woran Sie sich erinnern:

  • … zum Beispiel Musik. Ein Song, ein Ohrwurm, eine Etüde …
  • … zum Beispiel Situationen – des Abschieds, des ersten Kusses, des Sterbens eines Menschen …
  • …zum Beispiel ein Film, der Sie beeindruckt hat
  • …. oder Gerüche, die in Ihrer Kindheit wichtig waren
  • … Werbung, politische Ereignisse
  • … ein bestimmter Raum, ein Ort,
  • … Menschen …

WICHTIGE SITUATIONEN – LEBENDIG BESCHRIEBEN

Listen Sie wichtige Ereignisse Ihres Lebens auf – Situationen, in denen sich etwas verändert hat. Nehmen Sie eines dieser Ereignisse und schreiben Sie daraus eine Szene

Beschreiben Sie genau, vermeiden Sie das Abstrakte. Wenn Sie damit beginnen:

Was habe ich gedacht, als ich 16 war?,

ist es gut, dieses Denken auszuführen:

Als ich 16 war, hatte ich tolle Diskussionen mit meinen Freundinnen über … – das Waldsterben, – die Rainbow Warrior, – die Frisuren, die damals vorne kurz, hinten lang sein mussten, – die Röcke, die nie über die Knie reichen durften, – die Hosen, die ausgestellt waren, – die Autos, die im Winter morgens eine halbe Stunde liefen, bevor sie überhaupt fahren durften … etc.

Denken – und schreiben – Sie immer konkret!

ERSTELLEN SIE EINE LISTE MIT „ERINNERUNGSFETZEN“.

  • Wie hat es in dem Haus Ihrer Kindheit gerochen? Welche Geste hatte Ihre erste Lehrerin an sich, die sie unverwechselbar machte? Wie sprach der Opa, wie handelte die Oma an … Weihnachten / Ostern?
  • Wie erinnern Sie Ihr erstes eigenes Zimmer?
  • Was war das Wichtigste an Ihrem 6. Geburtstag?

Schreiben Sie nur Stichworte auf zu jenen Situationen, nach denen Sie sich selbst befragen. (Fragen stellen ist eine sehr gute Methode, zum Wichtigen zu gelangen). Sie werden merken, dass die Stichworte erst nur zögernd aus der Feder fließen. Dann aber immer mehr werden, eine Assoziation jagt die nächste – und schon haben Sie stichwortartig alle Elemente, die Sie für eine Szene benötigen. 

NUTZEN SIE FÜR DIE SZENEN IMMER SINNESEINDRÜCKE

Wir erleben das Leben dreidimensional, wir sehen das Licht oder erkennen die Schemen in der Dunkelheit; wir riechen die Gerüche eines Restaurants auf der Straße, wir hören das Auto, das von hinten kommt … 

All diese Sinneseindrücke, die wir im wirklichen Leben nur unbewusst wahrnehmen, müssen Sie für Ihre Szenen beschreiben. Dadurch entstehen lebendige Szenen. Ihrem Publikum kommen diese Ereignisse dann vor wie das richtige Leben.

BEUTEN SIE DAS POTENTIAL DER FOTOALBEN AUS

Sicher haben Sie einen großen Vorrat an Fotos. Nehmen Sie sich eins heraus, das noch zu Ihnen spricht. Beschreiben Sie die Situation, detailreich und konkret. Beschreiben Sie NICHT Ihre Gefühle, sondern beschreiben Sie die Situation so, dass die Leser wie in einem Theaterstück die Elemente erhalten, um selbst etwas zu fühlen.

VOM ERINNERUNGS”NEGATIV” ZUM ERINNERUNGS”POSITIV”

Sie können wie beim Fotografieren in analogen Zeiten das Negativ zum Positiv entwickeln.
Das „Negativ“ wäre die unmittelbare Erinnerung. Also in der Art:

Damals habe ich mich so fehl am Platz gefühlt. Wie ein drittes Rad am Wagen.

Das „Positiv“ entwickeln Sie durch die Arbeit an der unmittelbaren Erinnerung. Das heißt, Sie füllen die ursprüngliche Erinnerung mit (möglichen) Details und machen sie dadurch konkret. Erst einmal ziehen Sie die Protagonistin an:

Sie lassen sie in ihren Jeans auf einem Rasen stehen, die Jeans sind ausgestellt, von einem hellen Blau wie das Wasser des Rheins, an dessen Ufer sie sich befindet.

Sie steht also am Rande einer Veranstaltung, sagen wir eine Party im Universitätscampus am Rhein. Aus dem Gebäude dringt die Musik, die man damals hörte (vielleicht Genesis) und jeder rauchte und trank. Sie steht abseits, fühlt sich übergangen – das beschreiben Sie, ohne das erste Gefühl „fehl am Platz“ oder das zweite „fühlt sich übergangen“ zu nennen, sondern indem Sie das Gefühl in ein Bild gießen:

Sie stand abseits und ihre rechte Hand führte in kurzen, schnellen Bewegungen immer wieder die Zigarette zu ihrem Mund.

Show, don’t tell gilt auch für das Genre der (Auto)Biographie.

Letztendlich entsteht auf diese Weise aus dem einfachen Ich-Narrativ – oder aus so genannten Ego-Texten eine Erzählung, die das Leben der beschriebenen Person in einen höheren Zusammenhang einbettet und es der Autorin ermöglicht, spielerisch mit dem Material ihres Lebens umzugehen, einen größeren Sinnzusammenhang herzustellen. Sie entfernt sich von einer (möglichen) Opfer-Ansicht ihres Lebens und sieht es in einem größeren Zusammenhang.

Betrachten Sie Ihre/n ProtagonistIn, auch wenn es sich um Sie selbst handelt, wie eine Person eines Romans, die Sie befragen, erst richtig kennenlernen, (re)konstruieren wollen.

DAS INDIVIDUELLE MIT DEM ALLGEMEINEN VERBINDEN

Listen Sie ein paar Erinnerungen auf, die zugleich Individuelles und Allgemeines transportieren und sich an Dingen/Sinneseindrücken wie den oben genannten entfalten. Das braucht nicht viel zu sein, jeweils ein Satz, der die Erinnerung beschreibt und die gesellschaftlichen, sozialen Verhältnisse.

Schreiben Sie einen Text und versuchen Sie, einige der Erinnerungsfetzen mit einzubinden – sowie die allgemeinen Vorgänge der damaligen Welt. Diese wirken dann besonders gut, wenn sie in einem Zusammenhang mit dem Erleben der Protagonisten stehen.

DIE DRITTE PERSON

Schreiben Sie anstelle von „Ich“ einfach von sich in der dritten Person. Also „sie“ oder „er“. Das ergibt eine Distanz, durch die Sie Ihre Hauptfigur objektiv beobachten können.

IHRE THEMEN

Fragen Sie sich, welche Themen Sie lebenslang begleiten. Gehen Sie von diesen Themen aus und schreiben Sie Szenen, in denen das Thema eine Rolle spielte.

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DIE ZAUBERFORMEL: ICH ERINNERE MICH … AN

Und schreiben Sie konkret auf, woran Sie sich erinnern:

… zum Beispiel Musik. Ein Song, ein Ohrwurm, eine Etüde …

… zum Beispiel Situationen – des Abschieds, des ersten Kusses, des Sterbens eines Menschen …

…zum Beispiel ein Film, der Sie beeindruckt hat

…. oder Gerüche, die in Ihrer Kindheit wichtig waren

… Werbung, politische Ereignisse

… ein bestimmter Raum, ein Ort,

… Menschen …

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WICHTIGE SITUATIONEN – LEBENDIG BESCHRIEBEN

Listen Sie wichtige Ereignisse Ihres Lebens auf – Situationen, in denen sich etwas verändert hat. Nehmen Sie eines dieser Ereignisse und schreiben Sie daraus eine Szene

Beschreiben Sie genau, vermeiden Sie das Abstrakte. Wenn Sie damit beginnen:

Was habe ich gedacht, als ich 16 war?,

ist es gut, dieses Denken auszuführen:

Als ich 16 war, hatte ich tolle Diskussionen mit meinen Freundinnen über … – das Waldsterben, – die Rainbow Warrior, – die Frisuren, die damals vorne kurz, hinten lang sein mussten, – die Röcke, die nie über die Knie reichen durften, – die Hosen, die ausgestellt waren, – die Autos, die im Winter morgens eine halbe Stunde liefen, bevor sie überhaupt fahren durften … etc.

Denken – und schreiben – Sie immer konkret!

ERSTELLEN SIE EINE LISTE MIT „ERINNERUNGSFETZEN“.

Wie hat es in dem Haus Ihrer Kindheit gerochen? Welche Geste hatte Ihre erste Lehrerin an sich, die sie unverwechselbar machte? Wie sprach der Opa, wie handelte die Oma an … Weihnachten / Ostern?

Wie erinnern Sie Ihr erstes eigenes Zimmer?
Was war das Wichtigste an Ihrem 6. Geburtstag?

Schreiben Sie nur Stichworte auf zu jenen Situationen, nach denen Sie sich selbst befragen. (Fragen stellen ist eine sehr gute Methode, zum Wichtigen zu gelangen). Sie werden merken, dass die Stichworte erst nur zögernd aus der Feder fließen. Dann aber immer mehr werden, eine Assoziation jagt die nächste – und schon haben Sie stichwortartig alle Elemente, die Sie für eine Szene benötigen. 

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NUTZEN SIE FÜR DIE SZENEN IMMER SINNESEINDRÜCKE

Wir erleben das Leben dreidimensional, wir sehen das Licht oder erkennen die Schemen in der Dunkelheit; wir riechen die Gerüche eines Restaurants auf der Straße, wir hören das Auto, das von hinten kommt … 

All diese Sinneseindrücke, die wir im wirklichen Leben nur unbewusst wahrnehmen, müssen Sie für Ihre Szenen beschreiben. Dadurch entstehen lebendige Szenen. Ihrem Publikum kommen diese Ereignisse dann vor wie das richtige Leben. 

BEUTEN SIE DAS POTENTIAL DER FOTOALBEN AUS

  • Sicher haben Sie einen großen Vorrat an Fotos. Nehmen Sie sich eins heraus, das noch zu Ihnen spricht. Beschreiben Sie die Situation, detailreich und konkret. Beschreiben Sie NICHT Ihre Gefühle, sondern beschreiben Sie die Situation so, dass die Leser wie in einem Theaterstück die Elemente erhalten, um selbst etwas zu fühlen.

VOM ERINNERUNGS”NEGATIV” ZUM ERINNERUNGS”POSITIV”

Sie können wie beim Fotografieren in analogen Zeiten das Negativ zum Positiv entwickeln.
Das „Negativ“ wäre die unmittelbare Erinnerung. Also in der Art:

Damals habe ich mich so fehl am Platz gefühlt. Wie ein drittes Rad am Wagen.

Das „Positiv“ entwickeln Sie durch die Arbeit an der unmittelbaren Erinnerung. Das heißt, Sie füllen die ursprüngliche Erinnerung mit (möglichen) Details und machen sie dadurch konkret. Erst einmal ziehen Sie die Protagonistin an:

Sie lassen sie in ihren Jeans auf einem Rasen stehen, die Jeans sind ausgestellt, von einem hellen Blau wie das Wasser des Rheins, an dessen Ufer sie sich befindet.

Sie steht also am Rande einer Veranstaltung, sagen wir eine Party im Universitätscampus am Rhein. Aus dem Gebäude dringt die Musik, die man damals hörte (vielleicht Genesis) und jeder rauchte und trank. Sie steht abseits, fühlt sich übergangen – das beschreiben Sie, ohne das erste Gefühl „fehl am Platz“ oder das zweite „fühlt sich übergangen“ zu nennen, sondern indem Sie das Gefühl in ein Bild gießen:

Sie stand abseits und ihre rechte Hand führte in kurzen, schnellen Bewegungen immer wieder die Zigarette zu ihrem Mund.

Show, don’t tell gilt auch für das Genre der (Auto)Biographie.

Letztendlich entsteht auf diese Weise aus dem einfachen Ich-Narrativ – oder aus so genannten Ego-Texten eine Erzählung, die das Leben der beschriebenen Person in einen höheren Zusammenhang einbettet und es der Autorin ermöglicht, spielerisch mit dem Material ihres Lebens umzugehen, einen größeren Sinnzusammenhang herzustellen. Sie entfernt sich von einer (möglichen) Opfer-Ansicht ihres Lebens und sieht es in einem größeren Zusammenhang.

Betrachten Sie Ihre/n ProtagonistIn, auch wenn es sich um Sie selbst handelt, wie eine Person eines Romans, die Sie befragen, erst richtig kennenlernen, (re)konstruieren wollen.

DAS INDIVIDUELLE MIT DEM ALLGEMEINEN VERBINDEN

Listen Sie ein paar Erinnerungen auf, die zugleich Individuelles und Allgemeines transportieren und sich an Dingen/Sinneseindrücken wie den oben genannten entfalten. Das braucht nicht viel zu sein, jeweils ein Satz, der die Erinnerung beschreibt und die gesellschaftlichen, sozialen Verhältnisse.

Schreiben Sie einen Text und versuchen Sie vielleicht, einige der Erinnerungsfetzen mit einzubinden – sowie die allgemeinen Vorgänge der damaligen Welt. Diese wirken dann besonders gut, wenn sie in einem Zusammenhang mit dem Erleben der Protagonisten stehen.

DIE DRITTE PERSON

Schreiben Sie anstelle von „Ich“ einfach von sich in der dritten Person. Also „sie“ oder „er“. Das ergibt eine Distanz, durch die Sie Ihre Hauptfigur objektiv beobachten können.

IHRE THEMEN

Fragen Sie sich, welche Themen Sie lebenslang begleiten. Gehen Sie von diesen Themen aus und schreiben Sie Szenen, in denen das Thema eine Rolle spielte.

Clustern und Mindmapping

Auf einem großen Blatt oder im Computer bringen Sie alle Ideen zu einem Thema – am besten als Frage – in ein Gesamtbild. Sie können im Zentrum die Ausgangsfrage stellen (z.B. auch: Was interessiert mich am Schaf?) und dann alle Ideen in einen eigenen Kreis schreiben.

Die Form ist hier weniger wichtig als die Möglichkeit, hierarchielos zu assoziieren. Und dann sehen Sie dort, wo sich etwas häuft, einen Hinweis zum Thema/zum Inhalt Ihres Textes. Hier ein Beispiel zum Thema Schaf:

Kreatives Schreiben lernen

Sie sehen, dass hier schon viele Geschichten drinstecken. Die Geschichten, die ich hier erkenne, habe ich farblich von den anderen Einträgen abgesetzt.

Letztendlich muss jene Story, für die Sie sich entscheiden, gar nichts mit dem „Schaf“ zu tun haben.

In diesem Beispiel wäre das die, die an Ostern spielt – das wäre die Verbindung zur Ausgangsidee – und die mit dem Aufstieg in den Bergen in der Schweiz zu tun hat, bei der Ihre Höhenangst eine erhebliche Rolle spielte. Schließlich haben Sie aber alles geschafft, die Bergwacht musste zu einem anderen mit Höhenangst kommen: Sie haben Ihre Angst überwunden (oder Ihre Protagonistin) und wären damit eine Heldin im Sinne des kreativen Schreibens und der Heldenreise.

Das Mindmapping

Im Mindmap, zumindest wie wir es bei schreibwerk berlin einsetzen, bleiben Sie bei Ihrem Ausgangsthema und können so – recht frei – eine vorläufige Gliederung entwerfen. Es sieht hier ähnlich aus wie das Cluster, der Unterschied ist, dass Sie sich hier auf ein Thema konzentrieren und alle Aspekte, die Sie in Ihrem Buch oder Artikel behandeln wollen, notieren. So haben Sie einen Fahrplan für das Schreiben. Leicht entwickelt, spontan, ausbaufähig und: kreativ.

Kreatives Schreiben lernen

Wo kann man kreatives Schreiben einsetzen?

Für jeden Bereich des Schreibens sind die Methoden des kreativen Schreibens geeignet. Sie können damit literarische Texte, Sachbücher, Artikel, Reden, und sogar wissenschaftliche Texte entwerfen und bereichern.

Die Kurse von schreibwerk berlin

Nutzen selbstverständlich die Übungen, um kreatives Schreiben zu lernen. Wenn Sie am Anfang stehen, ist der Online-Kurs kreatives Schreiben genau richtig. Sollten Sie in einer Schreibblockade stecken, nutzen Sie die hier vorgestellten Übungen, dann kommen Sie wieder in den Flow des kreativen Schreibens.

Unsere Kurse sind für verschiedene Niveaus geeignet und bieten auch Schreibkurse für die Wissenschaft oder das Sachbuch an.

Das sagen unsere Teilnehmer:

Kathrin Berendsohn

Psychologin

Anregend und kurzweilig

Das war ein wunderbarer Online-Kurs, sehr abwechslungsreich, anregend und kurzweilig. Deine Rückmeldungen waren immer ermutigend und die Kritik konstruktiv und lehrreich. Es hat sich über den Kurs ein angenehmer persönlicher Kontakt aufgebaut, gleichzeitig habe ich durch die Möglichkeit, mir die Zeit selbst einzuteilen, einen hohen Freiheitsgrad, was mir sehr entgegen kommt. Dadurch bin ich dran geblieben am Schreiben und merke schon jetzt, dass der Kurs mir fehlt. Da hilft nur eine Fortsetzung..

Stefan Gross

Architekt

Sucht

Ich wurde schnell süchtig nach dieser professionellen Kritik, die immer gleich nach ein paar Tagen vollkommen unbürokratisch gegeben wird und sich sehr von den Beipflichtungen oder Lobhudeleien, manchmal auch sarkastischen Anmerkungen von Freunden und Bekannten unterscheidet, die ich mit der Bitte um Kritik früher hin und wieder überfordert hatte.

Patricia Schürholz

Anästhesie-Krankenschwester

Intensiv Kreativ

Der Kurs „Kreatives Schreiben“ hat mich unzählige Dinge gelehrt! Ich habe mich sehr, sehr gut aufgehoben gefühlt, meine Texte wurden auf sehr wertschätzende Weise redigiert und meine Kreativität intensiv angeregt! Vom Kleinen bis ins Große ist Frau Landbeck eine wundervolle Begleiterin hin zu einer besseren „Schriftstellerin“. Dieser Kurs ist unbedingt zu empfehlen für alle, die ihr Schreiben besser machen wollen!

Foto von Bookblock auf Unsplash