Konzentration

9 Tipps zur Konzentration beim Schreiben

Sie kennen das: Gerade sitzen Sie am Schreibtisch, alles da: der Tee, die Idee, der gute Vorsatz. Da fällt Ihnen ein, dass Sie noch den Müll runterbringen müssen, Ihre Mutter anrufen, einen Tisch im Restaurant für den Abend bestellen, das Geschirr spülen, die Waschmaschine ausräumen …. Wir sind Weltmeister im Prokrastinieren. Also darin, etwas anderes dringend tun zu müssen, wenn wir eigentlich die Konzentration beim Schreiben wollen.

Das hört jetzt auf! Bei „Weiterlesen“ folgen ein paar Tipps, wie Sie in das ablenkungsfreie Schreiben kommen. Oder, anders gesagt, wie Sie fokussieren und die Konzentration beim Schreiben finden.

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Erschießen Sie Ihre Gremlins

  1. Schieben Sie alle Gedanken beiseite, die Ihnen eingeben, Sie seien nicht gut genug – oder Ihr Text sei es nicht.
    Gelingt Ihnen das nur ansatzweise, schreiben Sie alle Vorwürfe auf, die Sie gerade wieder gegen sich hegen. Verbrennen Sie das Papier mit diesen Gedanken. Oder bringen Sie es zumindest außer Haus, wenn Ihr Rauchmelder gut funktioniert.
    Die Gremlins, wie wir sie auch gerne nennen, also die Überzeugungen, dass Sie das einfach nicht können – in welcher Form auch immer – werden wiederkommen. Seien Sie sich dessen sicher. Dann begrüßen Sie sie wie alte Freunde, machen das gleiche Ritual (aufschreiben, verbrennen) und schon sind Sie für ein paar Stunden von ihnen befreit.

    Versuchen Sie auf Dauer, die schlechten Überzeugungen durch Gute zu ersetzen. Wenn Sie sich sagen: Ich schreibe nur mittelmäßig / auch meine Mutter/Schwester/meinE FreundIn … lacht über meinen Schreibwunsch / Ich weiß ja gar nicht genau wie … / etc.
    richten Sie zuerst mal Ihre inneren Pfeile auf die schlechten Gedanken. Erschießen Sie sie! Sie werden sehen, wie Sie das befreit.
  2. Seien Sie gut zu sich
    Ersetzen Sie die schlechten Überzeugungen durch gute. Das geht ganz einfach. Sagen Sie sich: Ich will schreiben, also kann ich schreiben. Das wiederholen Sie so lange, bis Sie es sich selbst glauben. Stellen Sie sich Ihr Lieblingsgetränk auf den Tisch (nicht unbedingt etwas Alkoholisches), die Kekse oder das Lieblingsobst daneben, auch ein Stückchen Schokolade vielleicht … organisieren Sie sich so, dass Ihnen nichts fehlt und Sie nicht wieder aufstehen müssen.
  3. Vereinbaren Sie Schreibzeiten mit sich selbst und halten Sie diese ein
    Die Schreibarbeit ist (auch) Ihre Arbeit. Also erscheinen Sie pünktlich. Wenn Ihnen nichts einfällt, schreiben Sie automatisch. Das heißt, schreiben Sie einfach das auf, was Ihnen gerade im Kopf rumgeht. Ohne Schere im Kopf – Sie müssen das niemandem zeigen. Aber bewegen Sie Ihre Finger, tun Sie so, als würden Sie schreiben: dann schreiben Sie.
    Schreiben Sie immer, wenn Sie Ihre Schreibzeit haben.
    Übrigens, Sie wissen, dass Thomas Mann seine Schreibzeiten und den Ort verteidigt hat wie ein Löwe? (die feministischen Implikationen wollen wir an dieser Stelle nicht diskutieren): Tun Sie das auch!!!
  4. Haben Sie Kinder? 
    Übergeben Sie Ihre Kinder einer Person Ihres Vertrauens.
  5. Störquellen ausschalten
    Schalten Sie alles aus, was Sie ablenken könnte: Ihr Handy, das Mailprogramm, die Klingel.
  6. Schreibtisch in Ordnung?
    Organisieren Sie Ihren Schreibplatz so, dass Sie sich wohl fühlen. Bei manchen mag es chaotisch sein, Andere brauchen Ordnung.
    Klären Sie mit sich ab, was Sie am Schreibtisch haben wollen – die Kekse von vor zwanzig Tagen brauchen nicht dabei zu sein.
  7. Arbeiten Sie im Fokus-Modus und mit anderen Hilfsmitteln
    Richten Sie sich den Fokus-Modus für Ihr Schreiben ein. Bei Word finden Sie ihn unter dem Reiter „Ansicht“, bei Pages heißt das Vollbildmodus (bei „Darstellung“). Es gibt jede Menge so genannte Programme, die Ihnen dabei helfen, auch beim Schreiben nichts Ablenkendes mehr zu sehen (z.B. Fokus Writer, WriteRoom, die WriteBox  – da schreiben Sie gleich drauf los – und den OmmWriter, der Sie in ganz andere Sphären bringt). Manche Programme, wie „Write or die“ bedrohen Sie sogar, wenn Sie nicht schreiben – vielleicht sollten Sie es darauf nicht unbedingt ankommen lassen? Da geben Sie eine Zeichenzahl als Ziel an, eine Zeit, in der Sie das erreichen wollen – ich weiß nicht genau, ob dann die Pistole aus dem Screen schießt, wenn Sie das nicht schaffen. Spaß beiseite, das Wichtige ist, dass Sie sich fokussieren. Und einfach: schreiben.
  8. Hören Sie Brain Music
    Auf Youtube gibt es eine Auswahl an fokussierender Musik. Diese hilft Ihnen bei der Konzentration. Sie nennt sich Brainmusic und stimuliert die Alphawellen des Gehirns. Diese führen zu entspannter Wachheit, das heißt zu mentaler Aktivität und körperlicher Entspanntheit. Sogar wissenschaftlich bewiesen. Probieren Sie es aus. Ein kleiner, für manche durchaus willkommener Nebeneffekt: das hilft auch gegen Depressionen.
  9. Machen Sie Pause
    Sie wissen, dass Archimedes in der Pause (beim Baden) das Prinzip der Verdrängung (des Wassers durch Körper) verstand. Danach lief er wohl nackt und schreiend „Ich hab’s gefunden“ (das berühmte „Heureka“) durch die Stadt. Diese Anekdote beweist, wie wichtig das Loslassen ist – nach dem Fokussieren. Gönnen Sie sich ein Bad, ein, zwei Gläser Wein (ja, es darf durchaus Bio drauf stehen), laufen Sie durch Ihre Gegend, lassen Sie Ihr Schreibprojekt einfach sein. Sie werden merken, dass es weiter in Ihnen arbeitet, ohne dass Sie viel dafür tun müssen. Sie finden die Lösung für ein Problem, an dem Sie gerade knobeln, eher in der Muße als im Stress-Modus.

Viel Glück!

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(Foto: Reinhart Julian, Unsplash)

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