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Wie entstehen Romane? In unseren Kursen!

Wie entstehen Romane? Vom Mythos zur Methode

Wie entstehen Romane? Das fragen sich viele angehende Schriftsteller. Wie kann ich endlich mein Buch schreiben? So lautet die eigentliche Frage.

Es ranken sich viele Mythen darum, wie ein Roman entsteht. Woher nimmt man die Idee, wie erkennt man, dass sie etwas taugt … Macht man sich zuerst einen Plan oder schreibt man einfach drauf los?
Viele Fragen kreisen um den kreativen Schaffensprozess – weshalb Autor*innen auch immer wieder danach gefragt werden, wie ihre Romane entstehen. Daniel Kehlmann hat in “Ruhm” diese scheinbar naiven Fragen ziemlich auf die Schippe genommen. “Woher nehmen Sie Ihre Ideen?” wird sein reisender Schriftsteller x Mal am Tag gefragt. Und x Mal am Tag antwortet er: “In der Badewanne”. Diese ironische Volte führt zurück zu dem berühmten Heureka-Moment von Archimedes, der in einer öffentlichen Badeanstalt sein nach ihm benanntes Prinzip fand – und deshalb “Heureka” (ich habe es gefunden) schreiend durch Syrakus gelaufen ist. Nackt, so will es die Legende. Archimedes schrieb keine Romane, aber auch er überließ sich der Intuition und der Muße, die unbedingt zum kreativen Prozess gehören.

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Ein schöner kleiner Artikel über schreibwerk

Stoytelling aber richtig: eine Empfehlung von Eric Kubitz

Storytelling – aber richtig

von Eric Kubitz am 5. Juni 2015 (Gastbeitrag)

Wenn du deinen Tag mit Schreibereien für Webseiten oder PR-Texte verbringst, wird dir das irgendwann nicht mehr genügen. Das ist sicher auch ein Grund, warum Storytelling derzeit zum guten Online-Marketing-Ton gehört. Merke: In jedem Texter steckt auch ein Autor. Also ein echter Kreativer. Einer, der mit etwas Ruhe eine spannende Kurzgeschichte oder eine bewegende Biographie aufs Papier bringen kann. Oder sagen wir: “könnte”. Denn etwas Handwerk und Übung gehören schon dazu. Man braucht Anleitung dafür – ich sage dir, von wem. 

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Doppelter Boden – von Franziska Prankl

Franziska Prankl ist eine österreichische Autorin.
Doppelter Boden von Franziska Prankl ist eine Kurzgeschichte aus dem Themen-Special Speed-Writing

Doppelter Boden

Stolz steckte sie ihr Abschlusszeugnis in die Umhängetasche. Ihre blauen Augen glänzten vor Freude und sie konnte es nicht erwarten, den Hutsalon ihres Lehrherren zu übernehmen. Es war ihr Traum, eine berühmte Modistin zu werden, und Hüte für elegante Damen zu fertigen. Während sie den langen Gang der Gewerbeschule entlanglief, strich sie ihre blonden Haare aus der Stirn und drückte sich den kleinen, roten Hut auf den Dutt. Er musste gut sitzen und alle Eskapaden mitmachen. Jahrelang hatte sie gespart, um sich einen großen Wunsch zu erfüllen: einen eigenen Motorroller. Er war zwar nicht mehr ganz neu, aber immer noch voll in Schuss. Irmgard schwang sich auf ihr einspuriges Fahrzeug und düste nach Hause. Sie wollte ihrer Mutter eine Freude machen, Katharina hatte schon so viel verloren. Ihren Mann im Krieg und den einzigen Sohn durch einen Unfall, da blieb ja nur noch sie. Ihre Mutter saß im Schaukelstuhl und strickte an einer blauen Weste, als Irmgard ins Zimmer stürmte und von der bestandenen Prüfung und ihren Plänen erzählte. Wie in Trance sprach sie von ihrem Wunsch, moderne und einmalig schöne Hüte zu kreieren.

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Geschichten aus dem Hasenheim (eine etwas andere Weihnachtsgeschichte) von Maria Unger

Der Text ist im Themen-Special “Advent, Advent, das Textchen brennt” entstanden.

Geschichten aus dem Hasenheim – von Maria Unger

Personen im Hasenheim:
Hoppo von Popo (ein alter Hase)
Hoppa von Popa (seine Gattin)

Der Vorhang geht auf im Hasenheim.
Bühnenbild:

Wohnstube, an der Wand – groß – eine Reproduktion, Dürers „Hase“, daneben eine Großphotographie: Hochzeitsbild von Hoppo und Hoppa, daneben zahllose kleine Photos von Hasenkindern, -enkeln, -urenkeln usw. Durchs Fenster sieht man Schneetreiben, vom Plattenspieler her ertönt „Leise rieselt der Schnee“. Hoppo von Poppo sitzt gedankenschwer auf einem altmodischen Sofa, seufzt und wischt sich manchmal mit einem großen Schneuztuch Tränen ab. Nach einer Weile öffnet sich die Türe, Hoppa tritt ein mit einem Schälchen gestiftelter Karotten. Sie erschrickt, stellt das Schüsselchen auf den Beistelltisch und macht den Plattenspieler aus.

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Die Warnung – von Rainer Güllich

Dieser Text von Rainer Güllich ist im Themen-Special “Speed-Writing” entstanden. Das gibt es bei uns auf Nachfrage.

Die Warnung – eine Kurzgeschichte von Rainer Güllich

Keiner wusste zu sagen, wo er plötzlich hergekommen war. Auf einmal saß er da. Er hatte sich ohne ein Wort zu sagen an den Tisch gesetzt. Hinter seinem Kopf flatterten die roten und blauen Wimpel, die über das Deck gespannt waren. Das Gesicht war weiß geschminkt mit blutrotem Mund, dunkel umrandeten Augen und einer hellblauen Träne unter dem rechten Auge. Ein trauriger Clown. Er passte aber in die Gesellschaft, denn viele der Passagiere waren ebenfalls kostümiert. Maskenball war angesagt an Bord. Das Luxusschiff war seit einigen Tagen auf See, um keine Langeweile aufkommen zu lassen, musste man den Passagieren etwas bieten.

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Späte Rückkehr – von Iris Otto

Späte Rückkehr – von Iris Otto

Iris Otto ist Autorin von Krimis und Erzählungen

Nichts verursachte in ihm ein solches Gefühl von Behaglichkeit wie das dumpfe Geräusch, mit dem der Keramikdeckel vom Flaschenhals sprang, als er den Bügelverschluss nach hinten drückte. Olaf lehnte sich auf der Couch zurück, während die Jungs von Schalke über den Rasen rannten, um den Bayern den Ball abzujagen. Das Läuten an der Haustür konnte unpassender nicht sein. Olaf blieb sitzen. Der Stürmer ging nach einem Foul der Bayern zu Boden, begleitet von den Pfiffen der Fans und dem schrillen Dauerton der Türklingel.

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Die Reisende – von Susan Baumann

Die Reisende von Susan Baumann entstand im Themen-Special Speed-Writing. Das gibt es bei uns auf Nachfrage.

Das Speed-Writing ist ein Themen-Special von schreibwerk berlin. Sie schreiben eine Geschichte an einem Tag.

Die Reisende

Es ist morgens. Die Sonne fällt auf das zerwühlte Bettzeug auf der Couch. Havier sieht es von der Küche aus, sieht es als leuchtende Insel im Hausflur. Er nimmt noch einen Schluck Kaffee und spürt nach. Spürt ihre Hand auf seinem Hinterkopf, und hört sie sagen, wie weich doch seine Stoppeln sind. Zumindest möchte er das hören.

Er spült die beiden Kaffeetassen unter lauwarmem Wasser ab, reibt ein paar Mal über den zarten rosa Abdruck ihrer Lippen, bis auch das verschwunden ist.

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